Alternative Heizung

Heizen mit Solarstrom als Ergänzung zum Hackschnitzelkessel

Ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb aus dem österreichischen Salzkammergut setzt auf stufenlose Wärmebereitung zur Heizungsunterstützung mit überschüssigem Solarstrom.

Familie Wolfsgruber aus Traunkirchen hat einen Familienbetrieb mit Blick auf den Traunstein und Traunsee – also im Salzkammergut gelegen in Oberösterreich. Stephan und Nina Wolfsgruber leben am Hof zusammen mit ihren drei Kindern und Stephans Eltern. Zusätzlich besteht Wärmebedarf für Warmwasser und Heizung von fünf Ferienwohnungen und noch zwei weiteren Wohngebäuden, die über ein kleines Nahwärmenetz an den Pufferspeicher angeschlossen sind. Da ist der Energiebedarf, nicht allein für die Stromversorgung, sondern auch für die Raumwärme und Warmwasserversorgung, dementsprechend hoch. Die herkömmliche Wärmeversorgung funktioniert mit einer Hackschnitzelheizung. Diese erwärmt einen 4.000 Liter fassenden Pufferspeicher, der in der Garage platziert ist.

Photovoltaikanlage mit 40 kW

Auf der reichlich vorhandenen Dachfläche hat Landwirt Stephan Wolfsgruber eine 40 kW-Photovoltaikanlage in verschiedener Ausrichtung (Süd, West und Ost) installieren lassen. Den daraus resultierenden Überschuss einzig in das öffentliche Stromnetz zu speisen war nie das Ziel, so der Landwirt. Wichtig ist ihm, eine möglichst hohe Autarkie zum Betreiben seiner Landwirtschaft zu erreichen und gleichzeitig die vorhandene Biomasseheizung so gut wie möglich zu entlasten, was die Lebensdauer des Kessels schont.

Mit zwei Einschraubheizkörpern mit 9 kW, die einfach über ein 1,5 Zollgewinde in den Pufferspeicher integriert wurden, wird seit einiger Zeit stufenlos der Photovoltaiküberschuss vom AC-Thor 9s von my-PV mittels 18-kW-Modus zur Heizungsunterstützung verwendet. Der AC-Thor 9s ist ein stufenlos geregelter Photovoltaik Power-Manager für Warmwasser, elektrische Wärmequellen und optionaler Heizung. Eine Photovoltaikwärmelösung erfordert keinerlei Genehmigungen.

Entlastung des Heizkessels

Der 4.000 Liter-Heizungspuffer ist laut my-PV eine ideale Speicherkapazität, um darin auch PV-Überschüsse aus Photovoltaikanlage unterzubringen. Zur Überschussdetektion am Netzanschlusspunkt konnte das Messsignal des Wechselrichterherstellers verwendet werden. Wegen des hohen Wärmebedarfs ist es mit einer 40 kW-PV-Anlage und einer 18 kW Wärmelösung nicht möglich, die Heizung im Sommer abzuschalten, wie das beispielsweise bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus leicht gemacht werden könnte. Der Nutzen am Attwengerhof in Traunkirchen liegt somit in der Entlastung und Schonung des Hackschnitzelkessels, sowie in einer gesteigerten Autarkie bzw. erhöhten Selbstversorgung.

Die Biomasseheizung ist ganzjährig im Betrieb. Während der Sommermonate wird der Kessel allerdings erst ab dem späten Nachmittag befeuert, um der Anlage tagsüber die Möglichkeit zu geben, den Speicher mit Photovoltaikwärme zu beladen und keine Speicherreserven zu blockieren.

Aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der vielen Volllaststunden der Hackschnitzelanlage im Winter freuen sich die Betreiber nun über die Möglichkeit, ihren Kessel zu entlasten und die Lebensdauer der Heizung zu verlängern. Stephan Wolfsgrubers Rat ist zudem: „Jeder, der die Möglichkeit hat, eine Photovoltaikanlage auf sein Dach zu montieren, sollte das tun.“


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