Finanzierung des EEG

Hitzige Debatte: EEG-Umlage abschaffen?

Die Absenkung der EEG-Umlage hat eine Diskussion um die künftige Finanzierung der erneuerbaren Energien ausgelöst. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander.

Die Umlage zur Finanzierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sinkt im nächsten Jahr auf 3,723 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Wie der Netzbetreiber TransnetBW mitteilt, sind die wichtigsten Gründe dafür das hohe Niveau der Börsenstrompreise und der daraus entstandene hohe EEG-Kontostand zum 30. September 2021. Dieser lag bei 4,547 Mrd. € und fließt vollständig als Gutschrift in die EEG-Umlage 2022 ein. Für 2022 haben die Übertragungsnetzbetreiber erstmalig den Abzugsbetrag für ausgeförderte Anlagen veröffentlicht. Dieser beträgt 0,184 ct/kWh. Denn die ersten Anlagen erhalten nach 20-jähriger Förderung keine Vergütung mehr, was die EEG-Umlage absenkt. Dieser Betrag wird in den nächsten Jahren ansteigen.

Im vergangenen Jahr war die Umlage für 2021 auf über 9 ct/kWh prognostiziert worden und wurde deswegen durch Mittel aus dem Bundeshaushalt auf 6,5 ct/kWh gedeckelt.

BEE: Neue Marktordnung nötig

„Dieses Jahr zeigt sich ein gegenläufiger Effekt als im vergangenen Jahr, da sich das Strompreisniveau gegenüber dem letzten Jahr mehr als verdoppelt hat. Dies führt zwar zu einer Reduktion der EEG-Umlage aber im gleichen Zuge zu einer deutlich stärkeren Kostenbelastung der Endkunden. Diese Phänomene verdeutlichen die bisher ungelösten Regulierungsaufgaben des Strommarkts“, kommentiert die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Dr. Simone Peter. Allerdings sei jetzt ein Gesamtblick auf den Strommarkt und eine Neuordnung des Marktrahmens nötig, denn die meisten Sondereffekte dieses Jahres würden sich in den nächsten 1 bis 2 Jahren wieder verändern. Dazu zählt Peter die rapide steigenden Gaspreise, die für eine Entlastung der EEG-Umlage sorgen. Denn teure Gaskraftwerke bildeten an der Börse derzeit häufig das letzte preisbildende Kraftwerk, weshalb die Erneuerbaren Energien damit höhere Erlöse erzielten. Das habe sinkende Differenzkosten für die Erneuerbaren und somit auch eine niedrigere EEG-Umlage zur Folge.

Zudem bedürfe es gerade aus volkswirtschaftlicher Perspektive einer Neuordnung des Marktrahmens auf Basis der erneuerbaren Energien. „Das Ziel muss sein, den Einsatz flexibel steuerbarer...


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