FNR/KTBL-Kongress

Hitzige Debatte um die Zukunft von Biogas Premium

Der erste Tag der FNR/KTBL-Tagung „Biogas in der Landwirtschaft“ zeigte, wie stark einige Institute die Branche bereits abgeschrieben haben. Es gibt aber auch andere Signale.

Die Aussichten für Biogasanlagen sind düster, wenn man den Szenarien des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie Glauben schenkt. Im Strombereich übernehmen Wind- und Solarenergie das Ruder, im Kraftstoffbereich verschwindet der Verbrennungsmotor vom Markt und damit auch die Option für Biogasanlagenbetreiber, Biomethan als Kraftstoff herzustellen: So lässt sich der Vortrag von Dr. Karin Arnold zusammenfassen, den die Forschungsbereichsleiterin „Systeme und Infrastrukturen“ auf der FNR/KTBL-Tagung „Biogas in der Landwirtschaft 2019“ in Leipzig gehalten hat.

Weniger Gülle und Anbaubiomasse

Bis zum Jahr 2050 müsse die Landwirtschaft treibhausgasneutral (THG-neutral) sein. Da daher die Tierhaltung zurückgehe und künftig keine Anbaubiomasse für Energie mehr genutzt werde, würde auch die zur Verfügung stehende Biomethanmenge zurückgehen, stellte sie mit Bezug auf eine Studie des Umweltbundesamtes in Aussicht. Biogas sei darum nur in Nischenanwendungen einzusetzen wie bei der Müllverwertung (gemeint ist die Güllevergärung) oder der Verwertung von Biomasse, die zur Artenvielfalt beitrage. Im Stromsektor sieht sie begrenzt Anwendungen als Systemdienstleister. Interessant sei zwar ...

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Biomethananlagen erhalten keine Erlöse für vermiedene Netzentgelte mehr. Das bringt sie an den Rand der Insolvenz.

Laut Branchenbarometer Biomethan 2019 der Deutschen Energie-Agentur (dena) erwarten deutsche Produzenten eine verstärkte Nachfrage aus dem Kraftstoffmarkt.

Das Bundeskabinett hat am 17. April die 38. BImSchV beschlossen. Der Biogasrat begrüßt, dass nun auch Bio-LNG auf die Treibhausgasminderungsquote angerechnet werden kann.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

Wasserstoff für den Verkehr ?

Da steht es noch in den Physiksternen, wie eine flächendeckene Versorgung mit Wasserstoff für Wasserstofffahrzeuge überhaupt praktisch möglich sein soll oder ob es energetisch sinnvoll ist, Fahrzeuge mit 700bar zu betanken wegen einer geringen Energiedichte. Gleichzeitig gibt es mit der CNG-Technologie eine funktionierendes, bestehendes Tankstellen- und Fahrzeugnetz, dass in kürzester Zeit ausgebaut werden kann und von Biomethan und einem Anteil Wasserstoff glerichzeitig genutzt werden kann, aber für die Wuppertaler brauchen wir Biomethan nicht, weil wir morgen alle mit Wasserstoff fahren... Das Gasnetz in Deutschland wird in Zukunft aus geringer werdenden Erdgasanteilen, Biomethan aus Biogas, Biomethan aus überschüssigem Strom und Wassertoff gemeinsam genutzt werden. Und zwar für Heizungen und alles großes auf der Strasse, was mit Batterien nicht angetrieben werden kann (LKW, Fernverkehr, Schlepper), und dann stehen die Biogasanlagen überall in Deutschland an den Gasleitungen als Einspeiser, wo verschiedenste Biomasse dadurch gut verwertet werden kann. Von wegen Biogas hat keine Zukunft....

von Renke Renken

Die Demokratie hat allem Anschein nach

ausgedient, jeder Politiker hängt seine Fahne nur noch in den Wind, sachliche Argumente spielen überhaupt keine Rolle mehr. Und warum sollte es jetzt bei Biogas anders laufen, die Solar und Windenergiebranche hat man ja schon am Boden, Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln, mit Energie usw hat keinen Stellenwert mehr, aber irgendwann wird es jeder merken, das man von Geld und Idealismus und grünen Ideologien nicht leben kann

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Mit Scheuklappen unterwegs

Solche Gedankenkonstrukte kommen heraus, wenn der Mainstream die wissenschaftliche Expertise ersetzt.

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