Energiewende

Höfken: „Bund muss dringend das Ruder herumreißen“

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin fordert die Bundesregierung zu konsequentem Klimaschutz auf. Erneuerbare Energien würden Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen.

Energiewende und Klimaschutz sind nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) innerhalb der vergangenen Jahre bei der Bundesregierung ins Hintertreffen geraten. „Der Ausbau von Energie aus Wind, Sonne und Biomasse wird durch einen Deckel begrenzt, die CO2-Emissionen im Verkehrssektor sind von 163 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 167 Millionen Tonnen im Jahr 2017 gestiegen und eine sozialverträgliche CO2-Bepreisung wird zwar halbherzig diskutiert, jedoch nicht ambitioniert umgesetzt“, kritisiert die Ministerin. Um die internationalen, nationalen und regionalen Klimaschutzziele zu erreichen, müsse die Bundesregierung nun dringend das Ruder bei der Energiewende herumreißen und bessere und verlässliche Vorgaben für den nachhaltigen Verkehrs-, Wärme- und Stromsektor schaffen, sagte Höfken am 29. August bei dem 22. Energietag der Transferstelle Bingen (TSB). Zur schnelleren Umsetzung der Energiewende müsse Deutschland schleunigst aus der Kohleverstromung aussteigen und die Geschwindigkeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich erhöhen. So sei eine regionalisierte Ausschreibung für die Windenergie dringend erforderlich, die innerhalb Deutschlands einen ausgewogenen Ausbau der regenerativen Stromerzeugung unterstützt, genauso wie die Streichung des 52-Gigawatt-Deckels beim Photovoltaik-Ausbau, so Höfken weiter.

10.500 Arbeitsplätze im Land

In Rheinland-Pfalz stammt laut Höfken jede zweite erzeugte Kilowattstunde Strom bereits aus erneuerbaren Energien, bis 2030 möchte das Land seine Stromerzeugung vollständig auf Energie aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser umstellen. „Die Energiewende ist nicht nur essentiell für den Klimaschutz, sondern leistet auch einen zentralen Beitrag für eine zukunftssichere Wirtschaft“, führte Höfken an. Knapp 10.500 Menschen fanden in Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 durch den Ausbau der erneuerbaren Energien Beschäftigung.

Die Umsätze von Anlagen- und Komponentenherstellern von erneuerbaren Energien sowie die Kosten für Betrieb und Wartung regenerativ betriebener Energieerzeugungsanlagen summierten sich im gleichen Jahr auf etwa 650 Millionen Euro. Den größten Beitrag zu den Umsätzen leistete die Windenergie mit rund 300 Millionen Euro. „Gerade der Rhein-Hunsrück-Kreise zeigt: Das Ersetzen von Energieimporten durch die Nutzung heimischer regenerativer Energiequellen zahlt sich aus. So kann die Region eine jährliche Wertschöpfung von etwa 44 Millionen Euro aus Wartung und Betrieb, Pachteinnahmen sowie Grundsteuer für Erneuerbare-Energien-Anlagen generieren. Das Auftragsvolumen für das regionale Handwerk beträgt rund 105 Millionen Euro seit 1995“, erläuterte Höfken.

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