Holzenkamp

Höherer CO2-Einstiegspreis: DRV fordert mehr Entlastungen

Das Klimapaket der Bundesregierung könnte für die Agrarwirtschaft zu Mehrkosten führen, warnt der Raiffeisenverband. Zudem fehlt eine europäische Harmonierung, was Wettbewerbsnachteile bringen könnte.

Im Zusammenhang mit dem vom Vermittlungsausschuss gefundenen Kompromiss zum Klimapaket warnt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) vor deutlichen Mehrkosten für die Agrarwirtschaft: „Ein höherer CO2-Einstiegspreis wird insbesondere zahlreichen Raiffeisen-Genossenschaften im Logistiksektor höhere Belastungen bringen“, stellt DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp fest.

Der Spitzenverband der Genossenschaften im grünen Sektor hält den Zertifikatehandel für ein kluges Instrument, den CO2-Ausstoß in den Sektoren Gebäude und Verkehr zu senken. Gleichzeitig bemängelt er erneut, dass eine fehlende europäische Harmonierung und nur geringe Kompensationen zu Wettbewerbsnachteilen für die genossenschaftliche Agrarwirtschaft in Deutschland führen. „Die beschlossenen Entlastungen, wie eine geringere EEG-Umlage und eine höhere Pendlerpauschale, sind für unsere Genossenschaften definitiv nicht ausreichend“, unterstreicht der DRV-Präsident.

Durch die nunmehr erzielte politische Einigung, den CO2-Einstiegspreis deutlich zu erhöhen, wird eine europäische Harmonisierung dringlicher denn je. Perspektivisch müssen zentrale Fragen des Klimaschutzes, wie ein CO2-Preis oder der Zertifikatehandel auf internationaler Ebene, geregelt werden. Dadurch können unverhältnismäßige Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden. „Das würde auch der genossenschaftlichen Agrarwirtschaft zu Gute kommen, deren Exportorientierung laufend wächst“, ergänzt Holzenkamp. Der DRV bedauert vor diesem Hintergrund, dass auf der Klimakonferenz von Madrid nur minimale Ergebnisse erzielt wurden.


Diskussionen zum Artikel

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von Anton Heukamp

Frau Klöckner hat sich wieder mal so für "eingesetzt "

Wir Bauern werden beim CO2 Handel außen vor gelassen. Das wird uns als Entgegenkommen des BMEL verkauft. Kann es sein, dass der Staat uns Bauern mal wieder so privilegiert? Nein! Es wäre für uns doch viel besser beteiligt zu werden. Unsere Tierhaltung schrumpft langfristig, die Flächen bindenCO2, ein ha Mais z.B. 10t (x 50€/t CO2 in ein paar Jahren=500€/ha!). Das ist fast das Doppelte von den Ausgleichszahlungen aus Brüssel. Sind wir so doof, diesen Kelch an uns vorübergehen zu lassen? Unter dem Strich würden die Ackerbauern und Viehhalter, die ihre Kapazitäten reduzieren oder z.B. ihre Heizung und den Energiebezug auf den Prüfstand stellen, profitieren, weil die Industrie dann (teuer) die Verschmutzungsrechte kauft. Das kann natürlich dazu führen, dass Tierhalter, denen der Mut abhanden kommt, zur Aufgabe gebracht werden. Das ist ein falscher Anreiz, aber eigentlich doch gewollt. Oder wollen wir real doch lieber günstige tierische Erzeugnisse und nicht so viel "Veggie" wie propagiert? Lasst uns dafür einsetzen, dass wir von dem (aus meiner Sicht sinnlosen) CO2-Kuchen etwas abbekommen. Der Kuchen ist GROß!

von Renke Renken

Entweder retten wir alle

zusammen dei Welt oder wir lassen es , es macht doch keinen Sinn, hier alles durch den Umbau zu verteuern, und unsere globale Konkurrenzfähigkeit komplett an die Wand zu fahren. Erstaunlich , daß da kein Politiker mal Tacheles redet - ach ja, die wollen ja wiedergewählt werden, unter diesem Sachverhalt hat das Hirn einen andauernden Totalausfall

von Josef Doll

Ich bin dafür

Das der Staat alles Unterlässt das die Eigenstomproduktion wie auch den Verbrauch ohne das Netzentgeld/ extra Steuern Z.B/für entgangene / Durchleitung wegfällt. Das hier noch kein Abmahner wie Z.B. Deutsche Umwelthilfe dagegen geklagt hat ist für mich erst auf den zweiten Blick verständlich. Das der Energieverbrauch nur durch die Erhöhung der Energiekosten gedeckelt werden kann ,ohne zurüch in die Steinzeit zu gehen ,können scheinbar nur die Klimaaktivisten/ Juornalisten und die Grünen erklären. Denn gerade wir Bauern könnten mit unseren Dachflächen, freien Flächen ( Wind) und Energiespeicher, uns selbst Versorgen . Wenn uns die Politik läßt ?? Würde das Gewährleistet wäre das für mich Entlastung genug !!

von Rudolf Rößle

Warten

bis zum Todesfall können Sie im Fall von Klimamaßnahmen und Umwelt/ Naturschutz auf einheitliche EU-Regeln hoffen. Dort gibt es nur den gemeinsamen Kompromiss, der aber nicht der Ansichten von einzelnen Ländern entspricht. Nur massive regionale Aufwertung der Lebensmittel, mit dementsprechenden Preisen wird uns teilweise Vorteile bringen. Im Gegenzug soll uns die Industrie Dünger und PSM zum wirklichen Weltmarktpreis anbieten. Dort ist Provision und Preiskalkulation so, wie sie bei uns sein sollte.

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