Intelligente Stromnutzung im Norden kommt voran

Nach einem Jahr Projektlaufzeit liegen erste Ergebnisse im Großprojekt NEW 4.0 vor, wie die Energiewende in der Region Schleswig-Holstein und Hamburg gelingen kann.

Stahlwerke wie das Werk von ArcelorMittal in Hamburg benötigen viel Strom. Schon kleine Veränderungen in der Produktion können die Nachfrage verändern. (Bildquelle: Neumann)

Ein Jahr nach dem Start des Verbundprojekts Norddeutsche EnergieWende 4.0 (kurz: NEW 4.0) gewinnen die Projektvorhaben Gestalt: „Wir sind auf einem guten Weg zu unserem Ziel, die Machbarkeit der Energiewende in Schleswig-Holstein und Hamburg umfassend zu demonstrieren“, betont Prof. Dr. Werner Beba, Projektkoordinator und Sprecher der Projektsteuerungsgruppe von NEW 4.0.

Als umfassendes Demonstrationsvorhaben für die Machbarkeit der Energiewende zeigt NEW 4.0 den Weg zum Energiesystem der Zukunft: Insgesamt 60 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erproben mit rund 100 Projekten in 30 Demonstrationsvorhaben innovative Ansätze und zukunftsweisende Technologien. Wesentliches Ziel von NEW 4.0 ist es, die wachsende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Windenergie, optimal zu nutzen, besser in unser Versorgungssystem zu integrieren und mit dem Verbrauch zu synchronisieren. Hierzu soll überschüssiger Windstrom aus Schleswig-Holstein in Hamburg genutzt und verbraucht werden. Folgende Projekte laufen bereits:

Mit der Nutzung von Flexibilität bei industriellen Verbrauchern und auch Erzeugern, durch intelligente Vernetzung aller Komponenten von Erzeugung, Verbrauch, Transport und Speicherung könnten künftig die Systemaufgaben von Kohlekraftwerken übernommen werden – NEW 4.0 demonstriert damit auch den Weg für den Kohleausstieg.

Soll die Energiewende in Deutschland erfolgreich bewältigt werden, ist allerdings dringend eine weitere Anpassung des Rechtsrahmens erforderlich. Beba: „Für die Erprobung eines funktionierenden Marktmodells müssen die Rahmenbedingungen, insbesondere in regulatorischer Hinsicht, wesentlich verbessert werden. Die Unternehmen dürfen bei der Erprobung neuer Verfahren und Technologien in NEW 4.0 nicht benachteiligt werden. Nur so kann NEW 4.0 ein wirkungsvoller und umfassender Praxisgroßtest sein. Wir setzen auf entsprechende energie- und klimapolitische Impulse der zukünftigen Bundesregierung.“ Eine Verbesserung der Rechtsverordnung zur Erprobung von neuen Lösungen etwa bei der Stromspeicherung oder - umwandlung in der Praxis müsse dringend erfolgen.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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