Jede zweite Solaranlage benötigt ein Update

Rund die Hälfte der 400.000 Photovoltaik-Anlagen in Deutschland benötigt noch ein Software-Update in den Wechselrichtern.

Viele Solarstromanlagen in Deutschland gefährden die Stabilität des Stromnetzes. Dahinter steckt die so genannte 50,2-Hertz-Problematik. Sobald diese Frequenz in einer Anlage erreicht wird, trennen die Wechselrichter die Module automatisch vom Netz. Das ist beispielsweise im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung der Fall.

Zeitplan in Verzug

Genau dieser Umstand treibt den Betreibern der Stromnetze aber den Angstschweiß auf die Stirn. Denn theoretisch kann es im Hochsommer vorkommen, dass sich ein Großteil der Anlagen gleichzeitig vom Netz abkoppelt und so die so genannte Systemsicherheit der Leitungen gefärdet. Deshalb sollen derzeit alle rund 400.000 Solaranlagen in Deutschland nachgerüstet werden, damit sich diese künftig nicht bei einer Überfrequenz vom Netz abkoppeln, sondern zunächst ihre Leistung drosseln.

Kleinere PV-Anlagen mit einer Leistung unter 10 Kilowattpeak (kWp) und seit 2012 in Betrieb genommene Anlagen sind von der Umrüstpflicht ausgenommen. Das Update ist kostenlos.

Die Hälfte der betroffenen Anlagen ist nach Angaben der Netzbetreiber bereits umgerüstet. Dennoch ist der Zeitplan leicht in Verzug geraten: Die Nachrüstung der rund 90.000 mittelgroßen Anlagen zwischen 30 und 100 kWp sollte eigentlich bis Ende Mai abgeschlossen sein, ist aber noch nicht vollständig erfolgt. Alle betroffenen Anlagenbetreiber sind weiterhin dazu aufgerufen, zu einem reibungslosen Umrüstprozess beizutragen.

Zwar ist der technische Prozess des Updates schnell und einfach vollzogen, allerdings sind viele Akteure an der Nachrüstung beteiligt: Die Netzbetreiber schreiben die Anlagenbesitzer an und diese müssen einen Fragebogen mit Daten zu ihrer Anlage ausfüllen. Ein Handwerker wird dann vom Netzbetreiber beauftragt und rüstet die Anlage nach. Der Anlagenbesitzer hat jedoch auch die Möglichkeit hat, einen eigenen Handwerker zu beauftragen, und manche Wechselrichter können nur von deren Hersteller nachgerüstet werden.

Fotoserie im Netz

Um die Anlagenbetreiber beim Ausfüllen der Fragebögen zu unterstützen, gibt es bereits eine Vielzahl von verschiedenen Hilfestellungen im Netz. Eine Auflistung der verschiedenen Angebote und eine neue Fotoserie zum Ablauf des schnellen und unkomplizierten Updates der Wechselrichter finden Sie unter: www.unendlich-viel-energie.de/50-2-hz.