Klimaschutz

Klimaschutzkampagne der INSM fällt beim Faktencheck durch Plus

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat „12 Fakten zur Klimapolitik“ veröffentlicht. Viele "Fakten" entpuppen sich als falsch, wie eine Analyse zeigt.

In einer aktuellen Kampagne widmet sich die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) der Klimapolitik und hat zwölf „INSM-Fakten zur Klimapolitik“ publiziert. „Für Laien klingen viele der Fakten schlüssig und nachvollziehbar. Dabei verfolgt die INSM mit der Publikation in erster Linie ganz klar die Ziele ihrer Unternehmen und nicht unbedingt die des besseren Klimaschutzes“, warnt Energiewende-Experte Prof. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin). Wie Quaschning erläutert, ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete Lobbyorganisation, mit dem Ziel unternehmensfreundliche Positionen durchzusetzen. Zu den bisherigen Kampagnen und Forderungen der INSM zählten unter anderem die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), wie u.a. der Energieexperte Hans-Josef Fell im Jahr 2017 analysiert hat.

Demnach fordert die Initiative in erste Linie eine langsamere Energiewende. Der Klimaschutz soll sich dabei den Interessen der Industrie unterordnen. Wie sich das aus den verdeckten Forderungen der INSM herauslesen lässt, zeigt Quaschning in einem Faktencheck der INSM-Publikation. Wir bringen einen Auszug. Die vollständige Analyse können Sie hier nachlesen.

1,5-Grad-Ziel wird abgeschwächt

  • Die INSM schreibt zu "Fakt 1": "Umso wichtiger ist, dass im Jahr 2015 mit dem Pariser Klimaabkommen das Zwei-Grad-Ziel weltweit festgeschrieben wurde. Wirklich wirksam sind jedoch nur international abgestimmte Instrumente zur Emissionsreduktion, nationale Alleingänge helfen nicht weiter."
  • Faktencheck Quaschning: „Hier findet durch die INSM eine Verschiebung in zweierlei Hinsicht statt. Die dringende Empfehlung der Wissenschaft und der Beschluss des Pariser Klimaschutzabkommens, die globale Erwärmung möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen, wird durch eine eigenmächtige Einführung eines viel schwächeren Zwei-Grad-Ziels aufgeweicht. Zudem werden implizit nationale Maßnahmen ausgeschlossen, da diese "nicht wirksam" sind. Damit stellt der erste INSM-Fakt einen Frontalangriff auf alle deutschen Klimaschutzbemühungen dar.“

Kosten für Photovoltaik zu hoch angesetzt

  • Die INSM schreibt in "Fakt 5": "So betragen die Kosten einer durch Photovoltaik eingesparten Tonne CO2...

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CO2 braucht einen Preis. Da sind sich die Experten einig. Umweltministerin Schulze sieht das auch so und will den Bürgern, die beim Verkehr und beim Heizen auf CO2-Reduktion setzen, eine Prämie...


Diskussionen zum Artikel

von Peter Held

Klimawandelleugner!

Es ist schon erstaunlich, dass hier einige Argumente von vorgestern recycelt werden ("Dunkelflaute", "planlos") und das Ausstreuen von abstrakten Zweifeln an allem und jedem unterstellt doch, dass man den Klimawandel bezweifelt oder nicht ernst nehmen müsse!

von Jens Geveke

Wir sind angefangen, aber wir machen nicht weiter. Wir haben jetzt einen technischen Stand erreicht, dass Photovoltaik und Windstrom günstig herzustellen sind und auch in entsprechenden Mengen. Und jetzt ist der Punkt erreicht, dass langsam die anderen Energien weichen müssen. Aber das ... mehr anzeigen

von Werner Kriegl

Planlos

Das Problem liegt ja nicht darin, daß wir nicht anfangen. Das Problem liegt darin, daß wir alles auf einmal machen wollen (erst Atom- u. dann Kohle) ohne einen Plan wie dann die Erzeugung UND die Verteilung zu vernünftigen Kosten (!) gesichert werden sollen. Unser Weg führt definitiv ... mehr anzeigen

von Jens Geveke

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob die Annahmen zu den Strommengen stimmen oder nicht. Aber es nützt doch nichts zu sagen, das klappt wohl nicht, also alles Mist, wir fangen gar nicht erst an. Es gibt keine Alternative zu den Erneuerbaren Energien, zunächst aus ... mehr anzeigen

von Werner Kriegl

Beleg für meine Aussagen

Man betrachte die Grafik des Frauenhofer-Instituts für die vierte Woche im Jahr 2019 - und dann mal den 24. / 25. Januar - Dunkelflaute! Und dann? https://www.energy-charts.de/power_de.htm?source=all-sources&year=2019&week=4

von Werner Kriegl

Weil er ebenfalls Lobbyist ist...

...und manche Dinge auch nur sehr einseitig beleuchtet. Stellt stellt er Probleme sehr geschönt dar: https://www.youtube.com/watch?v=E17p5Zj_hiw Es gibt Wochen im Jahr, da wäre selbst bei einer Verzehnfachung der Solar- u. Windkraft kein ausreichender Ersatz für Kohle- u. Atomstrom ... mehr anzeigen

von Jens Geveke

@Kriegl

...können Sie das bitte begründen? Volker Quasching ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Ich würde erst einmal sagen, er hat schon mehr über Energieerzeugung gelesen und geforscht, wie Frau Schulze ... mehr anzeigen

von Werner Kriegl

Faktencheck

Wer den Quaschnig als Faktenchecker nimmt, der bezeichnet die Umweltministerin Schulze auch als Expertin für Landwirtschaft...

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