Biogas nach dem EEG

Kraftstoff statt Strom: Eine Chance für Altanlagen? Plus

Mit dem Verkauf von Biomethan als Kraftstoff könnten sich Biogasanlagenbetreiber einen neuen Markt erschließen. Es gibt aber aktuell noch viele Unsicherheiten, zeigte ein Webinar.

Gas oder Strom verkaufen? Diese Frage stellen sich immer mehr Biogasanlagenbetreiber, die jetzt für die Zeit nach dem ersten Vergütungszeitraum im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) planen. „Der Markt bietet viele Chancen: Er ist zukunftsfähig, politisch gewollt und baut auf einer Technik auf, die ausgereift ist“, erklärte Melanie Glötzl, Biogasspezialistin beim Beratungsnetzwerk C.A.R.M.E.N. e.V. aus Straubing auf einem Webinar zu Post-EEG-Konzepten. Glötzl präsentierte in der Veranstaltung Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojekts „Repoweringmaßnahmen hinsichtlich zukünftiger Aufgaben von Biogasanlagen“ (kurz: REzAB), das C.A.R.M.E.N. zusammen mit der TH Ingolstadt und der FH Münster durchgeführt hat.

Verschiedene Vermarktungskonzepte

Für die Biomethanproduktion ist zunächst eine Aufbereitungsanlage nötig, um aus Biogas (mit ca. 52 % Methan) Biomethan mit über 90 % Methan herzustellen. „Während Biomethan für die Gasseinspeisung als Erdgasersatz aus mindestens 98 % Methan bestehen muss, sind beim Kraftstoff nur 80 % nötig“, sagt Glötzl.

Je nach Art der Aufbereitung hat der Anlagenbetreiber mehrere Möglichkeiten, um in den Kraftstoffmarkt einzusteigen:

  • Er kann den Kraftstoff über eine Hoftankstelle für landwirtschaftliche Fahrzeuge nutzen,
  • er kann eine öffentliche Tankstelle am Betriebsstandort eröffnen,
  • er kann eine bestehende Tankstelle beliefern,
  • er kann das Biomethan ins Gasnetz einspeisen.

Erlös aus Gasverkauf und Quotenpreis

Bei der Vermarktung des Kraftstoffs ist wichtig zu wissen: Verkauft wird das Gas an der Tankstelle wie Erdgas. Das würde jedoch die Erzeugungskosten bei weitem nicht decken. „Eine zusätzliche Erlöskomponenten ist der Verkauf der ‚grünen‘ Eigenschaft“, sagt Glötzl. Diese lässt sich in Form einer Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) vermarkten.

Biomethan hat eine bestimmte THG-Minderung pro kg. Dafür gibt es Standardwerte im Bundesimmissionsschutzgesetz, sie lassen sich allerdings auch anlagenspezifisch berechnen. Nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II) der EU, die...


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