Künftiger Biogasmarkt ist komplett anders

Auf der größten Biogasfachmesse der Welt zeigen Hersteller vom 12.-14.12. in Nürnberg ihre Neuheiten. Die Produkte der Firmen haben sich aber deutlich verändert.

Rund 225 Aussteller zeigen vom 12. bis 14. November in Nürnberg auf der Messe „Biogas Convention & Trade Fair“ ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen. Damit ist die Ausstellung am Rande der Jahrestagung des Fachverbandes Biogas nach wie vor die größte reine Biogasfachmesse der Welt, bei der der Fachverband bei der Planung und Durchführung zum zweiten Mal mit der DLG kooperiert.

Die angebotenen Produkte der Firmen haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Waren in den Boomjahren vor 2014 vor allem Komplettanlagen-Hersteller auf dem Messegelände zu finden, hat sich die Angebotspalette in diesem Jahr verschoben auf Anbieter von Komponenten, auf BHKW-Hersteller, Rührtechnik und Gasaufbereitung. Wie der Fachverband mitteilt, liegt der Fokus  darauf, die bestehenden Anlagen zu optimieren, deren Effizienz zu steigern und über innovative Dienstleistungen die Kosten-Nutzen-Bilanz zu optimieren. Die Komplettanlagenbauer konzentrieren sich beim Neubau auf Güllekleinanlagen, die aktuell gefragt sind.

„Immerhin wird wieder investiert“, freut sich Hauptgeschäftsführer Dr. Claudius da Costa Gomez. Nach dem EEG 2014 sah es danach überhaupt nicht mehr. Allein der Auslandsmarkt habe viele deutsche Biogasfirmen am Leben gehalten, so der Fachverband. Deutsches Know-How und der über die Jahre aufgebaute Technologievorsprung seien ein wichtiges Pfund, mit dem die Hersteller punkten können.

Für die Akteure hat sich der Markt mittlerweile komplett anders entwickelt als in den 2000er Jahren. Allein über die Stromerzeugung und Vergütung durch das EEG kann sich eine Biogasanlage in Zukunft nicht mehr rechnen. Der Stromverkauf wird nur noch die Basis sein, erwartet der Verband. Zusätzliche Erlöse müssten sich durch bedarfsgerechte Strombereitstellung ergeben. Auch werde der Düngewert der Gärprodukte wieder anders bewertet.

Existieren werden Biogasanlagen langfristig auch über den zusätzlichen Erlös aus dem Wärmeverkauf bzw. über die Gasaufbereitung und den Einstieg in den Kraftstoffmarkt können. „Im Wärmebereich und im Verkehrssektor muss der Klimaschutz schnellstmöglich Einzug halten!“ fordert da Costa Gomez. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Mit dem Gasnetz stehe schon heute ein riesiger Speicher zur Verfügung, in dem zu Biomethan aufbereitetes Biogas über Monate gespeichert und ja nach Bedarf als Strom, Wärme oder Kraftstoff genutzt werden könne. „Wir sehen auch Perspektiven durch die Dienstleistung, die wir mit dem Anbau alternativer Energiepflanzen zur Diversifizierung der Landwirtschaft beitragen können“, ergänzt der Geschäftsführer.

Über die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven der Branche werden sich die Besucher der Biogas Convention & Trade Fair in Nürnberg intensiv austauschen. Im großen Plenum am Mittwochvormittag geht es ganz aktuell um „Biogas 4.0 – Im Spannungsfeld zwischen Energie- und Klimapolitik“. Ergänzend zu den Vorträgen im Plenum und den Panels finden wieder zahlreiche Workshops statt, die den Teilnehmern einen intensiven Austausch ermöglichen.

Um dem großen internationalen Interesse nachzukommen werden viele Vorträge simultan ins Englische übersetzt und verschiedene Workshops auf Englisch angeboten; außerdem gibt es Angebote für Länderdelegationen. Am Mittwoch den 13.12. findet die traditionelle Abendveranstaltung statt, die in diesem Jahr den Ausklang der 25-Jahrfeier des Fachverbandes Biogas darstellt.


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