Agrar- und Energiewende

LEE Schleswig-Holstein fordert: Keine neue Landwirtschaft ohne Biogas

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht will die Landwirtschaft umgestalten. Die Erneuerbare-Energien-Branche stellt dabei die Vorteile von Biogas heraus.

Wie soll die Landwirtschaft in 20 Jahren aussehen? Antworten auf diese Fragen sucht derzeit der Grüne Jan Philipp Albrecht, Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein. Der Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH) ist überzeugt, dass Biogas dabei eine wichtige Rolle spielen muss.

Schnittgut energetisch verwerten

Zur Erhaltung der Artenvielfalt und für den Insektenschutz sollen landwirtschaftliche Flächen stillgelegt werden. Der für den Klimaschutz erforderliche Rückgang der Viehbestände führt zusätzlich zu freien Flächen. „Doch auch diese müssen ebenso wie Blühwiesen gemäht werden. Das Schnittgut ist zwar nicht für die Viehzucht geeignet, lässt sich aber in Biogasanlagen zu erneuerbarer Energie verwerten“, erklärt der Verband.

Schon heute nutzen Landwirte in Schleswig-Holstein für ihre Biogasanlagen alternative Einsatzstoffe wie Mischungen von Wildpflanzen oder die durchwachsene Silphie. „Die Biogasnutzung bietet die Chance, unsere Felder langfristig bunter und artenreicher zu machen und gleichzeitig Wildtieren und Insekten einen wertvollen Lebensraum zu bieten“, argumentiert der LEE. „Biogas verbindet Landwirtschaft und Ökologie. Blühflächen, die Insekten und anderen Tieren im Sommer Nahrung und Lebensraum bieten, werden im Herbst gemäht und in Energie umgewandelt“, erläutert Dr. Fabian Faller, Geschäftsführer LEE SH.

Weitere Vorteile

Der LEE nennt weitere Gründe, die aus Sicht des Verbandes für Biogas sprechen:

  • Die Verwertung von Gülle in Biogasanlagen verringert die Güllemenge, die auf Felder ausgebracht wird und somit die mögliche Nitratanreicherung im Grundwasser.
  • Zudem kann das energiereiche Methan z.B. aus der Gülle in Biogasanlagen energetisch verwertet werden, statt als Treibhausgas in die Atmosphäre zu entweichen. Der LEE SH fordert daher, die Güllevergärung zu stärken. „Bestandsanlagen bis 150 kW, deren Förderung ausläuft, müssen als Gülleanlagen weiterbetrieben werden können“ so Faller.
  • Biogasanlagen sind flexibel in der Stromproduktion Das ist eine große Stärke, vor allem in den Stunden, in denen Wind- und Sonnenenergie allein nicht ausreichen.
  • Biomethan ist der Einstieg in die Produktion grüner Gase. Es kann bis zu 20 Prozent des heutigen Gasbedarfs ersetzen. Zudem kann mit Biogas als Kraftstoff die Verkehrswende dort gelingen, wo Alternativen fehlen.
  • Ohne Biogasanlagen sind die vielen Wärmenetze im ländlichen Raum nicht denkbar, betont Faller.
  • Die Biogasbranche ist zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum. Etwa 3.000 Menschen in Schleswig-Holstein arbeiten im Biogassektor.


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Diskussionen zum Artikel

von Rudolf Rößle

Biogas

zur Verwertung unbrauchbarer Reststoffe. Das gibt mal viel rentables Gas. Da wird der Abtransport mehr Geld für die Biogasanlagen bringen.

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