Windenergie

Lies: „Raumansprüche der Flugsicherung sind zu hoch!“

Niedersachsens Energieminister Olaf Lies hält einen Radius von 15 km rund um UKW-Radaranlagen für unverhältnismäßig. Das schade dem Ausbau der Windenergie.

Niedersachsens Energieminister Olaf Lies hat in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer appelliert, Flugsicherung und Energiewende stärker in Einklang zu bringen. Die Deutsche Flugsicherheit GmbH (DFS) lege bei der Planung von Windkraftprojekten zu oft ein Veto ein, um UKW-Radare störungsfrei zu halten. Meist könne ein Windanlagenbau dann nicht erfolgen. „Dies halte ich aufgrund unseres gemeinsamen Bestrebens, die Energiewende voranzubringen, für unverhältnismäßig", sagte Lies. „Die Raumansprüche der Flugsicherung dürfen die Genehmigungslage für Windanlagen nicht zusätzlich verkomplizieren."

Andere Länder haben geringere Abstandsforderungen

Die Entscheidungskriterien der DFS greifen bereits, wenn Windkraftanlagen im Umkreis von 15 km um eine Radaranlage, mit deren Hilfe die Navigation beim An- und Abflug zu Flughäfen gesteuert wird, errichtet werden sollen. Dies ist vor allem für die Region Hannover ein erhebliches Hemmnis. „Niemand stellt das hohe Gut der Flugsicherheit in Frage" betonte Lies. Doch wundere es schon, wenn in anderen europäischen Ländern unter gleichem internationalem Regime weit weniger erforderlich ist. Die spanischen Radare benötigen nur 3 km Schutzbereich und die belgischen 7 km, allerdings dürfen dort selbst innerhalb des 7-Kilometer-Radius noch Anlagen errichtet werden.

Die alten UKW-Radare gelten lediglich als Nothilfeinstrumente, mittlerweile erfolgt der An- und Abflug an allen großen Zivilflughäfen in Deutschland auf Basis von Satellitennavigation. Zum anderen hat auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), auf deren Empfehlungen sich die DFS sich gerne beruft, den Schutzradius für Drehfunkfeuer in ihren Empfehlungen schon längst wieder auf 10 km reduziert.

Bremse für die Energiewende

Der Windenergiebranche verliere mit der strikten Haltung der DFS viel Ausbauvolumen. Auf 2,3 Gigawatt (GW) Leistung schätzte der Bundesverband Windenergie im Jahr 2015 auf Basis einer Mitgliederumfrage den Umfang der Flächenblockade. Es dürften in diesem Jahr schon mehr als 2,5 GW dabei herauskommen, vermuten Fachleute des Niedersächsischen Umweltministeriums. „Das ist ein erhebliches Potenzial, das uns in der Energiewende fehlt“, stellt er fest. „Hier ist Minister Scheuer gefordert - das Vorgehen der DSF sollte von seinem Ministerium überprüft werden." Schließlich gehe es um die gemeinsamen Klimaziele.

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Die Zahl der Konflikte zwischen Radar- und Windenergieanlagen steigt, zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes Windenergie.


Diskussionen zum Artikel

von Peter Schmid

Deutschland muss eben das Rad immer wieder neu erfinden

Ist doch mit Allem so,egal wo, der ganze Beamtenaperat muss doch erhalten werden,meist noch eins oben drauf auch auf EU -Vorschriften,diese Sessepfuzer wachen erst auf ,wenn es zu spät ist.

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