Klimaschutz

Rasche Änderung des EEG nötig

Nur mit einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) oder langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPA) lassen sich die Klimaziele bis 2030 schaffen, zeigt Energy Brainpool.

Ein Anteil von 65 %erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch im Jahr 2030 ist nicht zu schaffen, wenn der Windenergie- und Photovoltaik-Zubau mit den Ausbaupfaden des EEG 2017 gesteuert wird und gleichzeitig die Sektoren Wärme und Mobilität elektrifiziert werden sollen. Daher ist ein Umbau des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nötig. Alternativ würde ein deutlicher Zubau von Anlagen mit Power Purchase Agreements (PPA), also langfristigen Stromlieferverträgen, gebraucht. Dies ist das Ergebnis des auf das Klimapaket angewandten Strommarktmodells von Energy Brainpool.

Hoher Anlagenzubau nötig

In ihrem Strommarktmodell haben die Energie-Experten den Markt mit den Vorgaben aus dem am 20. September 2019 veröffentlichten Klimaschutzprogramm simuliert. Mit 65 Prozent Erneuerbaren kann der CO₂-Ausstoß im Energiesektor auf 175 bis 183 Mio. t im Jahr 2030 reduziert werden. Damit wäre das CO₂-Reduktionziel erreicht. Allerdings wäre dafür ein sehr hoher Anlagenzubau erforderlich. Hierfür gibt es laut Energy Brainpool zwei Möglichkeiten:

  • Auf politischer Ebene ließe sich das EEG anpassen, indem die anvisierten Zubaumengen pro Jahr angehoben werden. Laut Strommarktmodell müssten ab dem zweiten Halbjahr 2019 bis 2030 Onshore-Windenergieanlagen mit einer Netto-Kapazität von 28,39 Gigawatt (GW) neu errichtet werden – ohne Berücksichtigung des Anlagenrückbaus, der nach Auslaufen der EEG-Vergütung stark zunehmen wird. Die Netto-Gesamtleistung muss laut Strommarktmodell im Jahr 2030 bei 81,5 GW liegen. Zum Vergleich: Ende 2018 lag die installierte Gesamtleistung an Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland bei knapp 53 GW. Der momentan vorgesehene Zubaukorridor ab 2020 beträgt 2,9 GW brutto im Jahr.
  • Die zweite Möglichkeit wäre die marktwirtschaftliche Variante über Power-Purchase-Agreements (PPA). Die Preise für diesen Strom müssten laut Energy Brainpool hoch genug sein, damit die langfristigen Stromlieferverträge wirtschaftlich attraktiv sind. Die Stellschraube hierfür ist der europäische CO₂-Preis. Die CO₂-Preise im Non-ETS-Sektor, wie sie im Klimapaket stehen, seien lediglich ein Anreiz, um gewisse Maßnahmen zu ergreifen. Am sinnvollsten und zielführendsten wäre es laut Energy Brainpool, wenn beide Wege beschritten werden: der Umbau des EEGs und ein großer PPA-Ausbau.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

@Muenzebrock

Das ist kein Irrsinn. Ein Blick nach Kalifornien genügt. Die haben ähnlich hohe EE-Stromanteile und fahren "auf der anderen Seite" mit Gaskraftwerken flexibel dagegen. Und wir hier lassen unsere Kohlekraftwerke laufen und laufen und können nicht reagieren, wenn das Stromangebot schwankt. Desweiteren muss endlich der Markt geöffnet werden für Speichertechnologie. Es ist ja nicht so dass es keine Speichermöglichkeiten gibt, der Gesetzgeber macht sie aktuell unwirtschaftlich, in dem er den Speicher als Enderbaucher mit allen EEG-Umlagen und Steuern belastet. Danach soll der Strom wieder abgegeben werden und nochmal besteuert werden. Die Abgaben dafür müssen gestrichen werden, dann kommen auch die Speichertechnologien.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Fehl am Platz

Der Zubau von Windkraftanlagen führt in eine Sackgasse. Diese Einrichtungen stehen 50 % der Zeit still, da entweder kein Wind weht oder zuviel Strom am Markt ist. Das Schlimme dabei ist, dass nicht eingespeister Strom zu 90 % vergütet wird und den Strompreis über die EEG Umlage in die Höhe treibt. Das ist absoluter Irrsinn. Strom darf und kann nur bezahlt werden wenn er beim Verbraucher ankommt!!. Es wird Zeit diesen Irrsinn zu beenden.

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