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Memorandum: Wissenschaftler empfehlen Förderstopp für Kleinwasserkraft

65 Wissenschaftler bemängeln, dass Wasserkraft Strom auf Kosten der Artenvielfalt erzeuge. Die Branche kritisiert den einseitigen Blick, der die Anforderungen der Energiewende ignoriere.

Die Wasserkraftnutzung ist unstrittig ein wesentlichen Grund dafür, weshalb Deutschland verbindliche Umweltziele im europäischen Biodiversitäts- und Gewässerschutz verfehlt, z.B. die der EG-Wasserrahmenrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Das zumindest betonen 65 Fachwissenschaftler aus 30 Institutionen in dem wissenschaftlichen Memorandum „Energiewende nicht auf Kosten der aquatischen Biodiversität“. Daher empfehlen die Wissenschaftler sieben umweltpolitische Initiativen, um die Wasserkraftnutzung mit den gesetzlichen Zielen des Gewässer- und Biodiversitätsschutzes zu harmonisieren und so Zielkonflikte zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz zu entschärfen.

„Wasserkraft ist zwar erneuerbar, aber nicht unbedingt umweltfreundlich“, unterstreicht Dr. Martin Pusch, Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der das institutionsübergreifende Memorandum der Fachwissenschaftler koordiniert hat.



Rückbau von Kleinwasserkraftwerken gefordert

Nach Ansicht der Forscher beeinträchtigen alle Wasserkraftwerke den ökologischen Zustand der genutzten Bäche und Flüsse erheblich. Extrem sei dies jedoch bei der Kleinwasserkraft: Es gäbe einen geringen gesellschaftlichen Nutzen aufgrund der geringen Stromerzeugung. Die über 7.800 Kleinwasserkraftwerke in Deutschland mit unter 1 Megawatt Maximalleistung hätten 2020 weniger als 0,5 Prozent zur deutschen Stromproduktion beigetragen, sie seien daher für Klimaschutz und Energiewende unbedeutend. Dafür gäbe es aber hohe ökologische Kosten durch massive Umweltschäden. Durch ihre hohe Zahl belasteten sie den ökologischen Zustand von etwa einem Drittel der deutschen Fließgewässer gravierend. Daher sei eine öffentliche Unterstützung von Kleinwasserkraftanlagen über Umlagen oder Förderungen umweltschädlich, im...

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