Mischsilage: Eine Alternative zum Mais Premium

Die Kombination aus Maisstroh und feuchten Reststoffen ist nicht nur optimal für die Silierung, sondern auch für den Gasertrag, zeigt Roderich Garmeister von der FH Südwestfalen. Mais ist bislang die ergiebigste Energiepflanze für Biogasanlagen. Doch die Pflanze verliert ihren Rückhalt...

Aufgeführt sind die Laborgaserträge verschiedener Substrate in Norm-Milliliter je Gramm organische Trockensubstanz (Nml/g oTS). ZR steht für „Zuckerrüben“. (Bildquelle: Neumann)

Die Kombination aus Maisstroh und feuchten Reststoffen ist nicht nur optimal für die Silierung, sondern auch für den Gasertrag, zeigt Roderich Garmeister von der FH Südwestfalen. Mais ist bislang die ergiebigste Energiepflanze für Biogasanlagen. Doch die Pflanze verliert ihren Rückhalt in der Politik und der Bevölkerung. Auch ist sie ein vergleichsweise teures Substrat. Gerade Betreiber von Biogasanlagen, deren garantierte Einspeisevergütung nach Ende der ersten 20 Jahre ausläuft, müssen sich daher nach wirtschaftlichen Alternativen umschauen. Der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest forscht seit 2013 am Einsatz von Alternativen zum Silomais. Alternativen gesucht: Dabei geht es vor allem um diese Ziele: Die Alternativen müssen auch für Betreiber kleiner, dezentraler Anlagen praktikabel und wirtschaftlich sein. Um die Alternativen nutzen zu können, sollen keine Investitionen und kein neues Know-how nötig sein. Bei der Energieproduktion aus den Reststoffen sollen negative Effekte auf den Humushaushalt sowie weitere Bodenfunktionen ausgeschlossen werden. Die Substratgemische sollen betriebswirtschaftlich mit dem Silomais als Biogassubstrat mithalten können. Neben Gülle und Mist gibt es weitere Koppelprodukte: Stroh von Getreide, Körnermais, Raps und Körnerleguminosen, nicht als Futter verwendetes Gras, sonstige Erntereste (z.B. Rübenblatt), Zwischenfrüchte, verdorbene oder krankheitsgeschädigte Pflanzen (z.B. Obst und Gemüse), Reste aus Speisepilzproduktion (stark abgebautes Getreidestroh), Algen, die bei der Gewässerpflege anfallen. Aufgeführt sind die Laborgaserträge verschiedener Substrate in Norm-Milliliter je Gramm organische Trockensubstanz (Nml/g oTS). ZR steht für „Zuckerrüben“. Nachteile der Substrate Doch Stroh enthält schwer verwertbare Lignocellulose und lässt sich wegen seiner geringen Dichte weniger effizient transportieren. Stroh muss zudem teilweise aufgearbeitet werden, zum Beispiel zu Strohpellets oder durch andere Verfahren wie den Aufschluss mithilfe von Dampf (Steam-Explosion). Das bedeutet Aufwand für neue Technik und Energie, bevor daraus überhaupt Energie gewonnen werden kann. Dagegen haben die anderen Koppelprodukte einen geringen Trockensub-stanzgehalt, was den Transport ebenfalls erschwert. Außerdem lassen sie sich nicht lange lagern. Es drohen massive Energieeinbußen aufgrund von Sickersaftverlust sowie von Rotteprozessen wie bakterieller Fäulnis oder Schimmelbefall. Die Lösung kann das gemeinsame Einsilieren von Stroh mit den anderen Rohstoffen sein. Dabei sind verschiedene Mischungsverhältnisse möglich, damit am Ende ein TS-Gehalt von 30 bis 40% entsteht. Gras und Stroh können zudem in gleicher Weise mit energiereichen Substraten niedriger TS gemischt werden, zum Beispiel Zuckerrübenschnitzel oder Zwischenfrüchte. Wie andere Untersuchungen zeigen, hat Stroh aus der Eigenerzeugung im Vergleich zu Silomais vergleichbare oder sogar leicht geringere Kosten bezogen auf die Stromerzeugung. Allerdings kann es dabei große Unterschiede geben, denn die Kosten frei Anlage hängen unter anderem von der Hof-Feldentfernung ab. Gasertrag im Fokus Jeder Betrieb sollte genau kalkulieren, ob es wirtschaftlicher ist, anstelle von Mais andere Feldfrüchte anzubauen und zu verkaufen und die anfallenden Koppelprodukte ...

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