Aus der Wirtschaft

Windenergie

Mobile Turmproduktion gewinnt Innovationspreis

Die mobile Fertigung der Max Bögl Wind AG hat in der Kategorie Bauverfahren den diesjährigen Bauma-Innovationspreis für das weltweit einzigartige Fertigungskonzept für hybride Windkrafttürme gewonnen.

Mit dem Produktionskonzept der hybriden Windkrafttürme lassen sich auch hohe Windenergieanlagen in deutscher Werksqualität an nahezu jedem Ort der Welt errichten: So urteilte die Jury der Baumaschinenmesse „Bauma 2019“ in München, die dem der mobilen Fertigung der Max Bögl Wind AG in der Kategorie „Bauverfahren“ den diesjährigen Innovationspreis verlieh.

Der Bauma-Innovationspreis wird seit 2007 alle drei Jahre anlässlich der gleichnamigen Weltleitmesse für Bau-, Baustoff-, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und -geräte in fünf Kategorien vergeben. Zu den Bewertungskriterien in der Kategorie Bauverfahren, die unter der Leitung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) für die Auszeichnung herangezogen werden, zählen unter anderem Innovationsgrad, Beitrag zur Ressourceneffizienz und Realisierungsanforderungen.

Kombination aus Beton und Stahl

Hybridtürme sind eine Kombination aus Betonelementen und Stahlsegmenten. Die Hybridtürme bei Max Bögl werden in zwei stationären Werken in serieller Fertigung produziert. Um die Herstellung des Turmsystems auch bei internationalen Projekten wirtschaftlich und effizient zu gestalten, wurde der serielle Fertigungsgedanke in ein mobiles Konzept übertragen. „Der Wandel vom klassischen Individualbau hin zur baunahen Serienfertigung ist für unser Unternehmen ein wichtiger Baustein, um Projekte noch schneller, flexibler und wirtschaftlicher zu realisieren. Auch international greifen wir hier auf bereits etablierte Fertigungsprozesse unserer Stammwerke zurück,“ erklärt Stefan Bögl, Vorstandsvorsitzender der Firmengruppe Max Bögl.

Für das mobile Fertigungskonzept konnte das gesamte Equipment angepasst werden, wie etwa die CNC-Betonschleifanlage. Sie stellt sicher, dass die Betonsegmente des Hybridturms in gleicher Qualität wie bei stationären Anlagen geschliffen werden. So kann der Betonturm auch international bei jeglichen Witterungsbedingungen errichtet werden. So soll sich ein Turm bei einer Produktionsdauer von circa zwei Tagen pro Turm effizient errichten lassen.

Erfolgreicher Ersteinsatz in Fernost

Mit der mobilen Fertigung wurden bis Anfang diesen Jahres die mitunter höchsten Windkraftanlagen Südostasiens realisiert. Hier hat sich gezeigt, dass das Fertigungskonzept auch die die lokale Wertschöpfung steigert. Die Max Bögl Wind AG errichtete für den Windpark Thepharak insgesamt 90 Hybridtürme mit Nabenhöhen von jeweils 156,5 Metern. Dabei setzt das Unternehmen überwiegend auf lokale Materialien und Arbeitskräfte.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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