Energiewende

Neue dena-Leitstudie zeigt Wege zur Klimaneutralität auf

Der Abschlussbericht zeigt Lösungen auf, wie Deutschland bis 2045 in den Sektoren Gebäude, Verkehr, Industrie, Energie sowie Landwirtschaft klimaneutral werden kann.

Insgesamt 84 Aufgaben in zehn zentralen Handlungsfeldern hat die Deutsche Energieagentur (dena) der neuen Bundesregierung gestellt, die für die Klimaneutralität im Jahr 2045 zu erledigen sind. Was genau zu tun ist, lässt sich jetzt in dem Abschlussbericht der dena-Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“ nachlesen. Darin sind die nötigen entscheidende Handlungsfelder und Lösungsansätze enthalten. Mehr als zehn wissenschaftliche Institute sowie ein 45-köpfiger Beirat mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft haben laut dena dazu ihre Expertise eingebracht. Über 70 Unternehmen steuerten ihre Branchenerfahrungen und Markteinschätzungen in Diskussionen bei. Erkenntnisse aus verschiedenen Gutachten und Diskursen sind in diesen Abschlussbericht eingeflossen.

Aufgaben der Sektoren

Für die Sektoren Gebäude, Verkehr, Industrie, Energie sowie Landwirtschaft und LULUCF bietet die dena-Leitstudie konkrete Lösungsansätze und CO2-Reduktionspfade. In vier Pfadausprägungen werden Varianten untersucht, um das Modellszenario der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. Die Studie können Sie hier herunterladen. https://www.dena.de/dena-leitstudie-aufbruch-klimaneutralitaet/

Zwischenschritt bis 2030

Um bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität zu erreichen, ist eine umfassende Transformation des Energiesystems in Deutschland notwendig. Wie diese aussehen könnte, hat das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) im Gutachterbericht „Klimaneutralität 2045 - Transformation der Verbrauchssektoren und des Energiesystems“ im Rahmen der „dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität“ untersucht. Das Szenario beschreibt einen im Rahmen der Modellgrenzen konsistenten Pfad zur Erreichung der Klimaziele und orientiert sich am Klimaschutzgesetz 2021. Es berücksichtigt neben den sektoralen Klimazielen 2030 auch die sektorenübergreifenden Minderungsziele in den Folgejahren. Neben dem Hauptszenario werden vier Pfadausprägungen analysiert.

Im Szenario sinkt der Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2045 um etwa 41 Prozent gegenüber dem Jahr 2018 – bedingt durch innovative Technologien, Energieeffizienz sowie verändertes Mobilitätsverhalten. Erdgas, Öl und Kohle werden durch Strom und Wasserstoff ersetzt. „Ab dem Jahr 2030 wird Strom zum wichtigsten Endenergieträger. Die Bruttostromnachfrage steigt im Szenario bis 2030 auf 698 TWh und bis 2045 auf 910 TWh“, sagt EWI-Manager Dr. Johannes Wagner. Bis 2030 wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien etwa verdoppelt und erreicht einen Anteil von 68 % an der Bruttostromnachfrage. Der Kohleausstieg wird marktgetrieben beschleunigt. Neben Strom spielen langfristig Wasserstoff und Wasserstoff-Folgeprodukte wie synthetisches Kerosin eine zentrale Rolle.

Rückgang des...


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Ein aktuelles Gutachten befasst sich mit Negativemissionen und Senken zum Thema Klimaneutralität. Es betrachtet verschiedene Optionen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen im LUULCF-Sektor.

Ein Kurzgutachten der Deutschen Energieagentur erörtert technisches Potenzial, Anwendungsfelder und mögliche Kostenentwicklung von Energietechnologien.

Mit mehr Stickstoffeffizienz in der Düngung, einer N-Steuer von 50 Cent/kg, dem Abbau der Tierbestände und der Wiedervernässung von Mooren könnte die Landwirtschaft die Klimaneutralität...