Wasserstoff

Neue Elektrolyse eingeweiht

In Bosbüll (Schleswig-Holstein) erzeugt eine innovative Anlage Wasserstoff für Busse und Pkw mit Strom aus älteren Wind- und Solarparks.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht hat am Dienstag (7. Juli) gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen sowie Ove Petersen und Heinrich Gärtner, den Gründern der Unternehmungsgruppe GP Joule, die Wasserstoffproduktionsstätte im nordfriesischen Bosbüll eingeweiht. Die von GP Joule initiierte eFarming GmbH & Co. KG hat es sich zum Ziel gesetzt, in Nordfriesland gemeinsam mit Bürgerwind- und Solarparks, diversen Unternehmen und Stadtwerken ein Erzeugungs- und Vertriebsnetz für Wasserstoff aufzubauen. Ihr eFarm-Projekt stellt in Nordfriesland 100 Prozent grünen, regional erzeugten Wasserstoff aus Windstrom her. Diesen können Bürger oder Unternehmen als Kraftstoff in Brennstoffzellenfahrzeugen nutzen.

Energie für Fahrzeuge und Häuser

Am Beispielprojekt eFarm beginnt die Wertschöpfungskette mit der dezentralen Erzeugung von Ökostrom aus älteren Solar- und Windkraftanlagen, der direkt vor Ort in Elektrolyseuren in grünen Wasserstoff umgewandelt wird. Die Abwärme, die bei der Wasserstoff-Produktion entsteht, wird zum Beheizen von gewerblichen und privaten Gebäuden genutzt. Damit erreicht die Elektrolyse laut GP Joule einen Wirkungsgrad von über 95 Prozent. Der Wasserstoff wird als CO₂ freier Treibstoff für den Sektor Mobilität an zwei derzeit eigens gebauten Wasserstoff-Tankstellen in Niebüll und Husum zur Verfügung stehen. Mit dem Projekt werden zusätzlich auch zwei Wasserstoff-Busse als Verbraucher angeschafft. Diese Busse werden ab September an den Betreiber des ÖPNV vermietet, was vom Kreis Nordfriesland von Anfang an sehr stark befürwortet und gefördert wurde. Dazu kommen weit über 100 private und gewerbliche Interessenten, die sich für den Erwerb eines Brennstoffzellen Fahrzeuges in den kommenden Monaten und Jahren bereit erklären.

Heimische Energie statt Importe

„Deutschland und insbesondere Schleswig-Holstein muss jetzt die Chance nutzen, die Wertschöpfungskette der Wasserstoffproduktion und der Technologieentwicklung hier im Land aufzubauen und weiter zu entwickeln. Wenn diese Potenziale jetzt nur von den ausländischen Akteuren gehoben werden, werden wir die Verlierer der Energiewende sein, denn Wasserstoff wird zum Gelingen dieser entscheidend sein“, sagt Ove Petersen.

Energiewendeminister Albrecht begrüßt das Engagement: „Hier wird für eine ganze Region Pionierarbeit geleistet. Denn grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Er ermöglicht es uns, fossile Energien abzulösen.“ Er fordert zusätzlich aber einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Schleswig-Holstein sieht der Minister dafür gut aufgestellt: „Als Land mit einem sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien haben wir einen enormen Standortvorteil, um bundesweit einen Spitzenplatz einzunehmen.“ Er verwies auch auf die schleswig-holsteinische Bundesrats-Initiative: Erst kürzlich hatte die Länderkammer die Vorschläge für Eckpunkte der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) angenommen.

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