Biomassevergasung

Neue Holzgasanlagen in der Entwicklung

Die Hersteller Burkhardt, Regawatt sowie die Stadtwerke Rosenheim entwickeln derzeit neue Leistungsklassen bzw. verbreitern das Einsatzstoffspektrum für die Holzvergasung.

Die Technik der Holzvergasung hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Die Anlagen können durch die Modulierbarkeit der Leistung inzwischen Anforderungen des Strommarktes erfüllen und so einen Beitrag zur Systemstabilität bzw. zur Integration weiterer erneuerbarer Energien leisten. Einige Hersteller konnten die Serienfertigung weiter ausbauen andere die prinzipielle Marktfähigkeit ihrer Anlagen unter Beweis stellen.Momentan stellt die Wirtschaftlichkeit des Betriebs von Biomassevergasern zur Strom- und Wärmebereitstellung die größte Herausforderung dar. Für eine erfolgreiche Etablierung von weiteren Biomassevergasern zur Strom- und Wärmebereitstellung aus nachwachsenden Rohstoffen sind technische und ökonomische Optimierungen notwendig. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert Entwickler, Hersteller und Betreiber von Biomassekleinvergasern, um die Technologie weiterzuentwickeln und den wirtschaftlichen Anlagenbetrieb von Holzgas-BHKW durch höhere Robustheit und Ressourceneffizienz zu verbessern.

Drei aktuelle Forschungsprojekte

In aktuellen Forschungsvorhaben arbeiten Hersteller daran, die Leistung von Holzgas-BHKW bei gleichbleibender Anlagengröße zu steigern sowie die Brennstoff-/Rohstoffbasis zu verbreitern:

  • Die Burkhardt GmbH wird ihre im Gleichstromvergaserverfahren arbeitenden Biomasse-Kleinvergaser zur energetischen Nutzung von Biomassepellets im Leistungsbereich bis 340 kW weiterentwickeln und verbessern. Insbesondere gilt es, die Anlagenrobustheit zu erhöhen und einen weitgehend automatisierten Betrieb sicherzustellen. Die Anlagensteuerung soll kritische Zustände mittels Algorithmen erkennen und mit einem Fernwartungssystem die Instandhaltung der Kleinvergaseranlagen erleichtern.
  • Den Einsatz gering aufbereiteter Waldresthölzer zur Holzvergasung untersuchen Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG. Das Vorhaben zielt ab auf die Weiterentwicklung der Biomassekleinvergaser nach dem Rosenheimer Verfahren durch eine Steigerung der Energieeffizienz und die Verbreiterung des Brennstoffspektrums. Die Rosenheimer Biomassekleinvergaser funktionieren nach dem gestuften Pyrolyse-Gleichstrom-Wirbelbett-Verfahren und werden mit bis zu 180 kW und 380 kW angeboten. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Erweiterung des Vergaserkennfelds, sodass der Prozess in Abhängigkeit von den Brennstoffeigenschaften und bei variabler Last zuverlässig mit hohem Gesamtwirkungsgrad betrieben werden kann.
  • Die ReGaWatt GmbH entwickelt ihr Energiesystem im Leistungsbereich von 2 bis 4,5 MW (bzw. 400 bis 1400 kW) weiter und strebt hierbei ein breiteres Brennstoffsortiment wie zum Beispiel Rinden aus Sägewerken, Maisspindeln, Sonnenblumenschalen und holzartige Siebrückstände aus Kompostwerken an. Auch hier lassen sich Wartungsintervalle über Trendalgorithmen, Störfallprognosen und Betriebsdaten vorausschauend planen und erhöhen gleichzeitig die Anlagenverfügbarkeit.Weitere Informationen sind über die Projektdatenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) unter den Förderkennzeichen 2219NR289, 2219NR296, 2220NR139X abrufbar.

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