Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse

Neuer Bericht: Biokraftstoffe verschärfen nicht den Hunger auf der Welt

Der UFOP-Bericht zur globalen Marktversorgung macht deutlich, dass nur ein Bruchteil der weltweiten Getreide- und Ölsaatenbestände zu Biokraftstoffen verarbeitet werden.

Die weltweit geerntete Getreidemenge von 2,8 Mrd. t reicht rechnerisch aus, um die Weltbevölkerung mit 350 kg Getreide und 27 kg Öl pro Kopf zu versorgen. Damit müsste niemand hungern. Aber die Versorgung ist sehr heterogen, es gibt eine sehr ungleichmäßige Verteilung. So kommt Afrika lediglich auf 145 kg Getreide und 6 kg Pflanzenöl je Einwohner. Das zeigt der aktuelle Bericht zur globalen Marktversorgung, den die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) gestern vorgestellt hat. „Ende 2016 hat die EU wegen der immer wieder aufgebrachten Tank-Teller-Diskussion Vorschläge zur Neufassung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED) vorgelegt, die das Ende der Erfolgsgeschichte der nachhaltigen Biokraftstoffe bedeutet hätte. Das war der Auslöser für die UFOP, einen Bericht über die weltweite Nahrungsmittelversorgung zu veröffentlichen, um einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion zu leisten“, erklärte UFOP-Geschäftsführer Stephan Arens Dienstagmorgen auf der digitalen Pressekonferenz des Verbandes. Das jetzt vorliegende Papier ist mittlerweile der dritte Bericht dieser Art.

Nur ein Bruchteil für die Biokraftstoffindustrie

Der Bericht zeigt mit sehr vielen Grafiken, dass von den weltweit erzeugten rund 2,8 Mrd. t Getreide nur 165 Mio. t zu Biokraftstoffen verarbeitet werden. Das sind 8 % der weltweiten Getreideernte. Der Großteil (1 Mrd. t) geht in die Futtermittelindustrie, 0,7 Mrd. t wird zu Nahrungszwecken verwendet. Wie UFOP-Biokraftstoffexperte Dieter Bockey aus dem Bericht zitierte, sind die USA mit 60 Mio. t der größte Produzent des Biokraftstoffs Ethanol aus Getreide. Rohstoffbasis ist hier allerdings Mais. Während in der Nordhalbkugel neben Getreide und Mais auch Zuckerrüben für die Bioethanolproduktion verwendet werden, kommt in Ländern wie Brasilien, Thailand oder den Philipinen Zuckerrohr zum...

Die Redaktion empfiehlt

Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzesentwurf zur Treibhausgasquote beschlossen. Viel Kritik gibt an der geplanten Bevorzugung der E-Mobilität.

Gerade noch rechtzeitig für die Dieselplanungen der Bauern kommt die Nachricht, dass Biokraftstoffe steuerbegünstigt bleiben.