Gebäudeenergiegesetz

Neuer Markt für Biomethan

Hausbesitzer können jetzt auch mit aufbereitetem Biogas den Pflichtanteil zum Heizen mit erneuerbaren Energieträgern erfüllen.

Neue, wirtschaftliche Möglichkeiten für Bioenergie bietet das „Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude“ – kurz GEG. Es ist seit dem 1. November in Kraft. „Das neue GEG hält vor allem im Wärmesektor vielversprechende Chancen für unsere Branche parat“, erklärt Frank Hinken, Geschäftsführer der EnviTec Energy GmbH & Co. KG.

Besserer Primärenergiefaktor als Erdgas

Das Gesetz dient vor allem der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie, die dazu verpflichtet, ab 2021 alle Neubauten als Niedrigstenergiebäude zu errichten. Nach der Richtlinie muss der Energiebedarf jedes Gebäudes sehr gering sein und soll zu wesentlichen Teilen aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Daher legt das GEG erstmals eine einheitliche Formel fest, wie der Primärenergiebedarf eines Gebäudes berechnet wird – dabei werden die jeweiligen Energieträger mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Steinkohle verglichen. Je geringer der Primärenergiefaktor, desto ökologischer der Energieträger. Klimafreundliches Biogas wird nun mit einem Faktor von 0,7 angesetzt. „Das war leider keine Selbstverständlichkeit“, sagt Hinken, noch in den ersten Entwürfen des Gesetzes sei der Wert mit dem von Erdgas und Steinkohle (Faktor 1,1) gleichgesetzt gewesen.

Die willkürliche technologische Diskriminierung des erneuerbaren Energieträgers Biomethan habe damit ein Ende und Biomethan werde künftig auch bei der Nutzung in Brennwertkesseln zur Erfüllung der Nutzungspflicht erneuerbarer Energien im Neubau anerkannt, begrüßt Olaf von Lehmden, CEO der EnviTec Biogas Gruppe: „All diese Änderungen im neuen GEG machen den Einsatz von Biomethan für die Verbraucher attraktiver und ermöglichen ihnen, klimafreundlich zu heizen und so einen aktiven Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen im Wärmesektor zu leisten.“

Wirtschaftlicher als Luftwärmepumpe

Doch nicht nur für den Endverbraucher wird die Nutzung von Biogas attraktiver durch das GEG, sondern vor allem auch für Investoren. In einer Berechnung zur Wärmeversorgung eines acht Wohneinheiten zählenden Neubaus nach KFW-55 Standard, punktet in einem Vergleich zwischen Luftwärmepumpe mit gefördertem Wärmepumpen-Strompreis, Luftwärmepumpe ohne geförderten Wärmepumpen-Strompreis und Brennwertkessel mit Biomethan-Betrieb die letztere Alternative. „Stellt man hier die Investitions- und Energiekosten über einen Zeitraum von zehn Jahren gegenüber, ist die Biomethanvariante mit einer Ersparnis von mehr als 7.000 Euro im Vergleich zur Luftwärmepumpe mit gefördertem Strompreis eindeutig die wirtschaftlich beste Variante“, so von Lehmden.

Biomethan sei langfristig extrem preisstabil und daher besonders attraktiv für Großkunden wie Gemeinden oder öffentliche Einrichtungen, die so besser kalkulieren können. „Zudem senkt sein Einsatz beispielsweise in KWK-Anlagen den Primärenergiefaktor und lässt so Baukosten schrumpfen und Zuschüsse wachsen“, so Hinken weiter.


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