Wärmewende

Neues „Forum Grüne Wärme“ fordert schnellere Abkehr von fossilen Brennstoffen

Noch immer nutzen drei Viertel der neuen Heizungen nur fossile Energien. Ein neues Verbändebündnis will mit Sonnenwärme, Pelletheizung und Wärmepumpen mehr CO₂ einsparen.

Im vergangenen Jahr hat die Nachfrage nach klimafreundlichen Heizsystemen in Deutschland erheblich zugenommen. Noch immer nutzen jedoch rund drei Viertel der neu installierten Heizungen ausschließlich fossile Energien. Eine deutlich schnellere Dekarbonisierung des Gebäudesektors durch erneuerbare Wärmetechnologien und eine entsprechend ambitioniertere Energiepolitik fordert daher das neu gegründete Forum „Grüne Wärme“, ein Verbändebündnis aus Bundesverband Solarwirtschaft (BSW), Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und Deutschem Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV). Das Bündnis hat auf das Ende Juni verschärfte Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) reagiert und gemeinsam ihre Erwartungen an die kommende Bundesregierung formuliert.

Rahmenbedingungen reichen nicht aus

Die von den drei Verbänden vertretenen Anbieter dezentraler EE-Heizungen Solarthermie, Pelletheizung und Wärmepumpe verfolgen das Ziel, bis zum Jahr 2030 jährlich drei- bis viermal mehr CO2 einzusparen als heute und damit maßgeblich zu den erforderlichen Treibhausgas-Einsparungen des Gebäudesektors beizutragen. Zwar sei die Nachfrage nach klimafreundlichen Heizsystemen zuletzt deutlich angezogen, in Ermangelung geeigneter Rahmenbedingungen sei im Wärmesektor jedoch erst ein Bruchteil der CO2-Minderungspotenziale gehoben worden.

Höherer CO2-Preis gefordert

Nach dem jüngst novellierten Bundes-Klimaschutzgesetz soll der Gebäudesektor im Jahr 2030 insgesamt 51 Mio. t CO2 einsparen und nur noch 67 Mio. t emittieren. Dieses Ziel sei nach übereinstimmender Einschätzung des Forums „Grüne Wärme“ nur mit einer deutlich ambitionierteren Energiepolitik erreichbar und erfordere deutlich ambitioniertere Sofortmaßnahmen nach der Bundestagswahl als von der Großen Koalition zuletzt geplant.

Ein wesentlicher Schlüssel für eine schnellere Energiewende im Gebäudesektor sei nach Überzeugung der Initiative ein deutlich ambitionierterer CO2-Preis. Dabei sollten die daraus resultierenden Einnahmen an Verbraucher zurückgegeben werden, u. a. über eine Absenkung des Strompreises. Die erforderliche Beschleunigung der Heizungsmodernisierung müsse zudem durch eine auskömmliche und langfristig abgesicherte Finanzierung der Förderprogramme für den Heizungstausch, für energetische Sanierungen sowie ein Pushprogramm für erneuerbare Fernwärme flankiert werden. Neben einer Verschärfung des Gebäudeenergiegesetzes plädiert das Bündnis für eine Nachwuchs- und Qualifizierungsoffensive beim Handwerk hinsichtlich erneuerbarer Wärmetechnologien.

Wichtiger Wirtschaftsmotor

Schon jetzt sei die Investition in eine EE-Heizung für viele Verbraucher auch die wirtschaftlich klügere Alternative. Dazu habe zuletzt die Neugestaltung der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) mit attraktiveren Fördersätzen beigetragen. „Öko-Heizungen haben während der Corona-Pandemie eindrucksvoll ihr Wachstums- und Klimaschutzpotenzial bewiesen. Sie haben sich in diesen schwierigen Zeiten zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor entwickelt, bei dem zudem die Wertschöpfung zu großen Teilen innerhalb Deutschlands erbracht wird“, sind sich die Geschäftsführer von BSW, BWP und DEPV, Carsten Körnig, Martin Sabel und Martin Bentele einig.

Lesen Sie die gemeinsamen Forderungen zur Bundestagswahl hier:

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