Wasserstoff

Neues Wasserstoff-BHKW besteht Testläufe

Der Prototyp für einen umgerüsteten Gasmotors soll künftig in Hamburg mit einem variablen Wasserstoff-Erdgas-Gemisch betrieben werden.

Die Firmen Innio und HanseWerk haben in einem gemeinsamen Projekt ein Wasserstoff-Blockheizkraft­werk der 1-MW-Klasse entwickelt. Der Prototyp für den neuartigen Motor, der in einer Pilotanlage in Hamburg-Othmarschen zum Einsatz kommen soll, hat sämtliche Testläufe am Entwicklungsprüfstand von Innio im österreichischen Jenbach erfolgreich bestanden.

Umgerüstetes Erdgas-BHKW

Es ist der erste Jenbacher Gasmotor, der mit 100 % Erdgas und mit variablen Wasserstoff-Erdgas-Gemischen bis hin zu 100 % Wasserstoff betrieben werden kann. Das mit Erdgas betriebene Blockheizkraftwerk im UCI-Kinocenter in Othmarschen soll jetzt für den Betrieb mit 100 % Wasserstoff umgerüstet werden. „Hier wollen wir demonstrieren, wie man ein Blockheizkraftwerk in Zukunft mit grünem – also aus überschüssiger Windenergie erzeugtem – Wasserstoff betreiben und auf diese Weise klimafreundlich Strom und Wärme erzeugen kann“, erklärt Thomas Baade, technischer Geschäftsführer der HanseWerk Natur GmbH.

Realisiert wird das Leuchtturmprojekt vor dem Hintergrund, dass sich Hamburg und Schleswig-Holstein zum Zentrum der Wasserstoff-Technologie machen wollen. Dabei soll nicht nur der zukünftige Einsatz von Wasserstoff­technologie in Blockheizkraftwerken vorangetrieben werden, sondern auch die von der Stadt Hamburg angestrebte übergreifende Bereitstellung von grünem Wasserstoff für Abnehmer der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Zudem soll im Zuge des Projekts die Zumischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz simuliert werden. Die Umrüstung des bestehenden Blockheizkraftwerks soll noch im Herbst 2020 stattfinden. Analog zum Blockheizkraftwerk in Hamburg-Othmarschen könnten künftig auch andere bestehende Gasmotorenanlagen auf den Betrieb mit Wasserstoff-Erdgas-Gemisch oder 100 Prozent Wasserstoff umgerüstet werden.

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