Windkraft

"Riesendeal": Nordex will Projekte an RWE verkaufen

Mit einem großen Deal über 402,5 Mio. Euro in bar überrascht der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex die Anleger. Proteste gegen den Windkraftausbau gab es dagegen in Ferdinandshof.

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex will ein Paket von Wind- und Solarprojekten in Europa an RWE verkaufen. Aus der Finanzwirtschaft kommt viel Lob über die "Freisetzung versteckter Reserven" und den "Riesendeal". Mit einem satten Plus von 15 % haben die Papiere von Nordex die Marke von zehn Euro überschritten und führen den TecDax an, meldet die ARD Börse.

Insgesamt umfasst die geplante Transaktion eigenentwickelte Projekte mit einem Volumen von 2,7 GW, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Mit rund 1,8 GW liegt der Fokus auf Windenergieprojekten verschiedener Reifestufen in Frankreich. Das Portfolio in Frankreich umfasst auch Photovoltaik-Projekte im Volumen von 0,1 GW. Die Nordex Group als potenzielle Verkäuferin und RWE haben einen entsprechenden Vertrag über eine Verkaufsoption unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt rund 402,5 Mio. €. Es wird erwartet, dass der Vollzug im 4. Quartal 2020 erfolgen kann.

Nordex ist einer der führenden Hersteller von Windenergieanlagen an Land. Im vergangenen Jahr erzielte Nordex mit 6.880 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 3,3 Mrd. Euro. Die Gruppe mit der Verwaltung in Hamburg hat insgesamt bereits mehr als 28 Gigawatt Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert.

Das Unternehmen kommt ursprünglich aus Dänemark; heute ist der spanische Mischkonzern Acciona größter Einzelaktionär mit mehr als einem Drittel der Anteile, so die ARD-Börse weiter. Das Produktprogramm umfasst Onshore-Windenergieanlagen im Leistungsbereich von 2,4 bis über 5 Megawatt.

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Proteste im Kreis Vorpommern-Greifswald

Hinter der Windenergie stehen allerdings nicht alle Bürger. So demonstrierten am Samstag rund 150 Teilnehmer in Ferdinandshof (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gegen den Ausbau der Windenergie. In der Nähe sollen zwölf große Windkraftanlagen errichtet werden. Auf Transparenten und Plakaten war u.a. zu lesen: "Keine Windkraft in der Wiese", "Energieland MV ein Land zum Verlassen" oder "Altwigshagen vom Windpark erschlagen", meldet der NDR.

Sie befürchten, dass die zwölf über 240 m hohen Windkraftanlagen die Artenvielvalt in der nahegelegen Friedländer Großen Wiese massiv gefährden könnten.