Power-to-Gas in zehn Jahren günstiger als Erdgas?

Erneuerbarer Wasserstoff kann schon in den 2030er-Jahren günstiger zur Verfügung stehen als fossiles Erdgas zeigt eine neue Studie.

Während die Preise für Erdgas bis 2040 von derzeit rund zwei Cent auf etwa 4,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) steigen werden, sinken die Produktionskosten für auf Basis von Grünstrom erzeugtem Wasserstoff im gleichen Zeitraum von aktuell rund 18 auf dann 3,2 bis 2,1 ct/kWh, errechnete das Berliner Analyseinstitut Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy. „Damit das gelingt, muss die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode die nötigen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Technologie schaffen“, fordert Greenpeace Energy-Vorstand Sönke Tangermann Dazu zählen für Greenpeace Energy zum Beispiel klare Ziele für die Senkung der CO2-Emissionen und den Ausbau von erneuerbaren Energien in allen Wirtschaftsbereichen, um die nötigen Investitionen in Power-to-Gas-Anlagen anzureizen.

Erdgasnutzung wird teurer

„Elektrolysegase erneuerbaren Ursprungs werden wettbewerbsfähig. Erdgas zu nutzen hingegen wird immer teurer“, erwartet Energy Brainpool-Studienautor Fabian Huneke. Der Preisberechnung für Erdgas liegen steigende CO₂-Zertifikatspreise für Erdgas  von 106,8 €/t CO₂ im Jahr 2040 zugrunde. Diese Werte prognostizierte die Internationale Energieagentur im Jahr 2017. Heutige Investitionen in die Elektrolyse-Technologie würden sich daher langfristig auszahlen, sagt Huneke.

Im Energiesystem von morgen werde es weltweit günstiger sein, Elektrolysegase aus Wind- und Solarstromüberschüssen zu produzieren als für fossiles Erdgas und verbundene CO₂-Emissionen zu bezahlen. Laut Studie werden die erwarteten Kostensenkungen möglich durch eine industrielle Serienfertigung von Elektrolyseuren, eine stetig steigende Effizienz der Technologie und immer häufiger auftretende Stromüberschüsse.

Bedarf an Wasserstoff steigt

Der Bedarf an erneuerbarem Wasserstoff ist laut Greenpeace in allen Wirtschaftssektoren sehr hoch: Im Stromsektor gewährleistet das Elektrolysegas, das in großen Mengen im Gasnetz eingespeichert werden kann, die Versorgungssicherheit. Nur mit erneuerbarem Gas als Speichertechnologie ließen sich Dunkelflauten – das heißt Phasen mit wenig Wind und Sonne - von bis zu zwei Wochen zu vertretbaren Kosten überbrücken. Zugleich sei es nötig, um die CO2-Emissionen etwa im Flug- oder Schiffsverkehr, in der Stahlproduktion oder der Chemieindustrie zu senken. In diesen Bereichen hat die Energiewende bislang praktisch nicht stattgefunden. Grüner Wasserstoff kann dort jeweils fossile Rohstoffe ersetzen – als Grundlage erneuerbarer Treibstoffe oder für wichtige Chemieprodukte wie Dünger und diverse Kunststoffe.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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