Rapsölkraftstoff günstiger als Agrardiesel

Seit dem Jahreswechsel liegt der Preis für Rapsölkraftstoff etwa 5 Cent je Liter unter den Notierungen des steuerbegünstigten Diesels (Agrardiesel). Mit Spannung erwartet die Branche heute die Entscheidung des EU-Parlaments zur künftigen Biokraftstoffpolitik.

Rapsöl folgt dem beim Preis Abwärtstrend für Palmöl. Demgegenüber nähert sich der Rohölpreis (WTI) mit etwa 69 Dollar je Barrel einem neuen Preishoch. Damit ist Rapsölkraftstoff seit Jahresbeginn günstiger als Agrardiesel. Denn für die Betriebe der Land- und Forstwirtschaft sind Rapsölkraftstoff und Biodiesel voll steuerbegünstigt. Das heißt, den Betrieben wird im Rahmen des Agrardieselverfahrens die zuvor gezahlte Energiesteuer in Höhe von 47,04 Cent je Liter vollständig zurück erstattet, während sie beim fossilen Diesel mit 21,06 Cent je Liter nur einen Teil der Steuer zurück erhalten. Ob diese Preisentwicklung anhält, hängt laut Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) insbesondere davon ab, ob die USA mit einer erhöhten Förderung reagieren werden.

Biokraftstoffe gehören zur Klimaschutzstrategie des DBV

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in seiner kürzlich veröffentlichen Klimaschutzstrategie auch den erforderlichen Treibhausgasminderungsbeitrag durch Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft unterstrichen. Über den aktuellen Stand der Freigaben und aktuelle motortechnische Entwicklungsinitiativen können sich die Messebesucher am Gemeinschaftsstand der UFOP und der Branchen Plattform Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft in der Halle 3.2 während der Internationalen Grünen Woche vom 19. bis 28. Januar 2019 in Berlin am Beispiel eines Schleppers von John Deere informieren. Speziell um Biokraftstoffe geht es am 22. und 23. Januar auf dem Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ parallel zur Grünen Woche in Berlin (kraftstoffe-der-zukunft.com).

Ölförderung steigt, internationale Nachfrage sinkt

Auch der Pflanzenölindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist im Dezember 2017 auf ein 5-Monatstief gesunken. Besonders die schwächeren Preise für Palm-, Raps- und Sojaöl haben zu dem Rückgang beigetragen.
Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) belasteten besonders die schwächeren Forderungen für Palm- und Rapsöl den Sektor. Durch die Produktionssteigerungen auf den Ölpalmenplantagen in Südostasien und der gleichzeitig rückläufigen internationalen Nachfrage stiegen die Vorräte in Malaysia und Indonesien auf ein 2-Jahreshoch.

Heute Abstimmung im EU-Parlament
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen befürchtet eine erhebliche Verschärfung dieser Preissituation, sollte die Verwendung von Biodiesel aus Rapsöl in der EU nicht mehr möglich sein. Heute (17. Januar 2018) entscheidet das EU-Parlament in der Abstimmung zur EU-Biokraftstoffpolitik insbesondere über die mittelfristige Perspektive pflanzenölbasierter Biokraftstoffe und damit über einen wesentlichen Absatzweg von Pflanzenölen. Die angespannte Marktsituation in der EU sei im EU-Parlament bisher leider nicht thematisiert worden, kritisiert die UFOP.
 


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