Rohstoffe aus Kohlendioxid

Das Umweltministerium in Baden-Württemberg schreibt 500.000 Euro für eine Studie zu biotechnologischen Verfahren zur Synthese von Rohstoff aus Kohlendioxid aus. Als Energiequelle soll die Sonne dienen.

„In Kohlendioxid steckt wertvoller Kohlenstoff, der beispielsweise die Basis für große Teile der modernen Chemie bildet. Die Landesregierung setzt daher in der Umweltforschung einen Schwerpunkt darauf, Kohlendioxid zu recyclen“, erläuterte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller. Von einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft, der Bioökonomie, würden sowohl die Unternehmen im Land als auch das Klima profitieren, so Untersteller weiter.

500.000 € Förderung

Vor diesem Hintergrund stellt das Umweltministerium insgesamt 500.000 Euro für Studien zur Verfügung, die biotechnologische Lösungen unter Ausnutzung der Lichtenergie der Sonne zur Umwandlung von Kohlendioxid in chemisch nutzbare Stoffe erforschen. Mit der Ausschreibung sollen das Potenzial biotechnologischer Verfahren zur Rohstoffsynthese aus Kohlendioxid ermittelt und Vorschläge für den Wissenstransfer, technische Umsetzungen und die Marktfähigkeit unterbreitet werden. Über die wissenschaftliche Begleitung konkreter Vorhaben sollen Chancen und Hemmnisse für die Nutzung von Kohlendioxid als Ressource bewertet werden.

Die Ausschreibung richtet sich an Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Förderfähig sind auch Verbundprojekte beispielsweise mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Kommunen, Landkreisen, Regionalverbänden, Zweckverbänden, Vereinen und Bürgergenossenschaften innerhalb und außerhalb Baden-Württembergs. Die Projektanträge können bis 8. Oktober 2018 beim Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie eingereicht werden.

Strategie soll 2019 vorgestellt werden

Die baden-württembergische Landesregierung setzt auf ein nachhaltigeres, ressourcenschonenderes und treibhausgasneutrales Wirtschaftssystem und entwickelt dazu aktuell ihre „Landesstrategie für eine nachhaltige Bioökonomie“. Die dafür anstehenden Arbeiten haben sich das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) geteilt: Um die „Bioökonomie für den ländlichen Raum“ kümmert sich das MLR, die „Bioökonomie in industriellen und urbanen Räumen“ unter dem Motto „Plan B“ ist Aufgabe des Umweltministeriums. Ziel ist es, die Strategie im Jahr 2019 zu verabschieden.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Das geht doch gar nicht!

Dann könnten sich doch unser Gutmenschen nicht mehr über die CO2-Anreicherung in der Atmosphäre und somit über den Klimawandel aufregen, der doch durch die bösen Landwirte und im besonderen die Kohlekraftwerke forciert wird. Nicht das es ihn geben wird, den Klimawandel gab es schon ... mehr anzeigen

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