Wesermarsch

Sind Windräder schuld an vermehrten Storchverletzungen?

Schon 15 tote oder schwer verletzte Störche hat die Storchenpflegestation Wesermarsch registriert. Letztes Jahr waren es nur fünf. Der dortige Leiter vermutet, dass die Windräder eine Rolle spielen.

Tierschützer der Storchenpflegestation Wesermarsch bemerken eine Zunahme von verletzten oder getöteten Störchen. Rund um die Station in Berne stehen Windenergieanlagen. Daher steht die Vermutung im Raum, ob die Tiere in die Rotorräder geraten sind.

Gegenüber dem NDR sagte Stationsleiter Udo Hilfers, dass er bereits 15 tote oder schwer verletzte Störche gefunden habe. Letztes Jahr seien es insgesamt nur fünf gewesen. Zudem würden aktuell fünf weitere Tiere vermisst. Eine klare Zuordnung der Todesursache gebe es nicht. "Wir wissen nicht, warum es in diesem Jahr so viele getötete Störche gegeben hat. Plötzlich fehlt ein Partner und das haben wir jetzt mehrfach hintereinander gehabt", sagt Hilfers.

Für Windkraftanlagen als Verursacher spreche die Art der Verletzungen. Häufig würde es vorkommen, dass bei den Tieren Gliedmaßen abgetrennt seien, etwa das ein Bein oder ein Teil des Schnabels fehlt. Die Verletzungen seien nicht immer direkt tödlich, so dass der Vogel selten direkt am Windrad liegen würde, so Hilfers.

Windkraftanlagen seien auf jeden Fall nicht alleine Ursache für getötete Störche, betont er. Der ganze Mix aus Straßenverkehr, Stromleitungen und Windkraft sorge dafür, dass die Tiere erheblich dezimiert werden, berichtete er dem NDR. Der Tierschützer rechnet aber damit, dass künftig noch mehr Störche verenden, weil die Windkraft massiv ausgebaut werden soll. Daher wünscht er sich, dass bei der Planung von Windparks die Belange des Vogelschutzes mehr beachtet werden.

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