Solarstrom-Nachfrage wächst um 50 Prozent

Der Rekordsommer und gesunkene Modulkosten beflügeln die Photovoltaik-Nachfrage. In der Folge sinkt die Einspeisevergütung.

In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2018 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.340 Megawatt neu installiert – fast 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (901 MWp). Dies sei primär auf gesunkene Preise, aber auch auf den aktuellen Rekordsommer zurückzuführen, teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mit.

Immer mehr Solarspeicher

Die in Deutschland bereits installierten rund 1,6 Millionen Solarstromanlagen haben von Januar bis Juni 2018 rund 23,6 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt, rund acht Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2017. An einem Sommertag kann eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 Kilowatt auf dem Dach eines typischen Eigenheims etwa 30 Kilowattstunden Solarstrom produzieren. Das reicht nach BSW-Angaben zum Beispiel für eine 200-Kilometer-Tour mit dem Elektroauto.

Immer mehr Verbraucher legen sich neben einer Photovoltaikanlage auch einem Solarstromspeicher zu. So können sie den Strom aus eigener Erzeugung auch nach Sonnenuntergang nutzen. Für den Strom, den sie nicht selbst verbrauchen, erhalten sie eine für zwanzig Jahre garantierte Einspeisevergütung bzw. Marktprämie nach dem Erneuerbaren-Energien Gesetz (EEG).

Einspeisevergütung reduziert sich um 1 % pro Monat

Aufgrund des starken Zubaus hat die Bundesnetzagentur hat bekannt gegeben, dass die Fördersätze für Photovoltaik-Anlagen, die im Zeitraum vom 1. August 2018 bis zum 31. Oktober 2018 in Betrieb genommen werden, um jeweils 1 Prozent pro Monat gekürzt werden.

Die Fördersätze für Strom aus Photovoltaik-Anlagen außerhalb der Ausschreibung werden nach den Regeln des Erneuerbare-Energien-Gesetzes monatlich angepasst. Entscheidend hierfür ist der Brutto-Zubau der letzten sechs Monate, der auf ein Jahr hochgerechnet wird. 
In diesem Zeitraum liegt der aufs Jahr hochgerechnete Brutto-Zubau mit etwa 2.727 Megawatt knapp über dem gesetzlich festgelegten Ausbaupfad von 2.500 Megawatt.

Der Brutto-Zubau setzt sich zusammen aus den Anlagen im Photovoltaik-Melderegister und den Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Anlagenregister. Weitere Informationen zu den Fördersätzen für Strom aus Photovoltaik-Anlagen sind auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter: www.bundesnetzagentur.de/eeg-v zu finden.

BSW: Marktbarrieren müssen verschwinden

Bei aller Freude über das Wachstum dämpft der BSW-Solar aber auch die Euphorie: Mit 2.500 Megawatt im Jahr liege der Zubau immer noch weit unter den von Energieexperten für einen wirksamen Klimaschutz für notwendig erachteten Wachstum. Der Branchenverband fordert die Bundesregierung daher auf, die hohe Investitionsbereitschaft bei Bürgern und Unternehmen künftig noch stärker zu nutzen, um wachsende Klimaschäden mit Hilfe der Solarenergie zu vermeiden. Verbliebende Marktbarrieren und Ausbaudeckel für die Solarenergie sollten schnell beseitigt werden.


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