Solarstromspeicher an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit

Die sinkende Einspeisevergütung für Solarstrom sorgt dafür, dass der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms immer attraktiver wird. Während Einfamiilenhäuser auf Bleigel- und Lithium-Ionen-Akkus setzen, ist für größere Verbraucher die Redox-Flow-Batterie interessant.

Am 1. August hat die Bundesnetzagentur die Sätze für die Einspeisevergütung von Strom aus Photovoltaik-Anlagen weiter gesenkt. Das ist für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, eine PV-Anlage anzuschaffen, erst einmal keine gute Nachricht. Aber: „Die sinkende Vergütung hat auf der anderen Seite den Effekt, dass der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms immer attraktiver wird. Wer vor diesem Hintergrund seine Photovoltaik-Anlage mit einem Speicher ausrüstet, bringt sich auf den neusten Stand der Technik“, so Carl-Georg von Buquoy, Leiter des Netzwerks Photovoltaik bei der EnergieAgentur.NRW.

Im sächsischen Freiberg stehen bereits zwei „energieautarke“ Häuser, deren Strom- und Wärmebedarf aus Sonnenenergie gedeckt wird. Dabei sorgt der Batteriespeicher dafür, dass zehn bis 15 Tage mit durchwachsener Solarstrom-Ernte überbrückt werden können. Die Zeichen der Zeit scheinen auf PV-Anlage plus Speicher hinzudeuten. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) interessiert sich inzwischen jeder Zweite, der Solarstrom erzeugen will, auch für die Anschaffung eines Speichers. „Das ist keine überraschende Entwicklung. Das liegt zum einen an den sinkenden Einspeisevergütungen, zum anderen aber auch an den steigenden Preisen für Haushaltsstrom“, erklärt von Buquoy. Bis zu 25 Cent (netto) kostet die Kilowattstunde (kWh) mittlerweile den privaten Endverbraucher. „Und selbst für kleine und mittlere Unternehmen, die bereits 15 oder mehr Cent/kWh zahlen, ist der Eigenverbrauch und die Speicherung attraktiv – zum Beispiel, wenn es darum geht, Lastspitzen zu kappen“, so der Mann von der EnergieAgentur.NRW.

Redox-Flow-Batterien im Kommen

Vor allem Speichersysteme mit Redox-Flow-Technologie überschreiten, abhängig zum Beispiel von der Anlagengröße und Standort, immer häufiger die Stufe zur Wirtschaftlichkeit. „Redox-Flow-Technik wird allerdings nur für Anlagen ab 100 kWh angeboten, sie ist also überwiegend für den Großverbraucher im industriellen Maßstab interessant. Zudem hängt die Wirtschaftlichkeit von vielen Unbekannten ab, zum Beispiel der Degression der Vergütung und der Strompreisentwicklung“, so von Buquoy. Der Trend sei allerdings deutlich.

Nicht viel anders klingt die Analyse des Fachmanns für den privaten Endkunden mit der Solarstrom-Anlage auf dem heimischen Dach seines Einfamilienhauses. „Allerdings sind hier Blei-Gel-Systeme trotz geringerer Lebensdauer derzeit noch wirtschaftlicher als Lithium-Ionen-Systeme. Und: Je kleiner die Anlage, desto ungünstiger fällt die Wirtschaftlichkeit aus“, erklärt von Buquoy. Aber auch hier gelte wie bei den Unternehmen: eine exakte Prüfung und Beratung durch Fachleute ist hilfreich. Speicher für den Endverbraucher kosten derzeit zwischen 6.000 und 10.000 Euro, je nach Leistung. Buquoy: „Die Anschaffung lohnt sich ab einem Eigenverbrauch des erzeugten Stroms von ca. 60 Prozent. Darüber hinaus wird die Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht.“
 

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