Windenergie

Streit um pauschale Abstände geht in nächste Runde

Während Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an 1000 m Abstand zur Wohnbebauung festhält, wird die Ablehnung in Niedersachsen zur Chefsache. Auch die Branche schlägt Alarm.

Der Streit um pauschale Abstände von Windparks zu Wohnsiedlungen eskaliert immer weiter. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat die geplanten Abstandsregelungen für neue Windkraftanlagen im Deutschlandfunk verteidigt. Er will einen Pauschalabstand von 1000 m auch zu kleineren Siedlungen durchsetzen. Viele Anwohner sähen die Anlagen mit über 200 Metern Höhe als eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, sagte der Minister dem Sender. Diese Sorgen müsse man ernst nehmen. Allerdings wolle die Koalition Hindernisse im Genehmigungsverfahren abbauen.

1500 m Abstand zum Atomkraftwerk

„Warum will der Bundeswirtschaftsminister jetzt eine 1000 m Abstandsvorschrift für neue Windkraftanlagen? Und warum unterstützen in einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister drei Bundestagsabgeordnete der CSU dies vehement? Wollen sie doch noch eine AKW-Laufzeitverlängerung? Wollen sie den Betrieb von Kohlekraftwerken absichern? Wollen sie den Boden bereiten für viele neue Gaskraftwerke und mehr Gasimporte aus Russland?“, hinterfragt Rainer Kamm, Vorsitzender des Forums „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“ aus Bayern. Gleichzeitig weißt er darauf hin, dass das Atomkraftwerk Grundremmingen, Deutschlands letztes Siedewasserkraftwerk, 1500 m von den Wohnhäusern entfernt steht. Der Siedewasserreaktor ist laut Kamm „das gefährlichste Kraftwerk unseres Landes“.

Auch Niedersachsen winkt ab

„Wir sind uns in der Landesregierung einig, dass wir die 1.000 m-Abstandsregel in Niedersachsen nicht übernehmen. Wir werden von der vorgesehenen...

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Mit dem Gesetzesentwurf will Wirtschaftsminister Altmaier einen pauschalen Abstand von 1000 m zwischen Windparks und Wohnsiedlungen ab fünf Häusern einführen.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die norddeutschen Energieminister die Bundesregierung heute auf, kurzfristig zu „fassbaren Ergebnissen“ bei der Windenergie zu kommen.