Grüner Wasserstoff

Streit um Wasserstoffstrategie Plus

Die Bundesregierung will eine Nationale Wasserstoffstrategie verabschieden. Um die Ausgestaltung gibt es viele Diskussionen.

Grün, blau, türkis, grau: Wie die politische Diskussion um die Nationale Wasserstoffstrategie zeigt, gibt es bei dem Gas nicht nur ein breites Farbspektrum, sondern auch einen handfesten Streit darüber, wo Wasserstoff künftig am besten eingesetzt werden soll. Die Wasserstoffstrategie, die eigentlich im ersten Quartal 2020 verabschiedet werden sollte, befindet sich allerdings immer noch in der Ressortabstimmung. Das teilte die Bundesregierung gestern auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion mit.

Verschiedene Herkünfte

Mit unterschiedlichen Farben bezeichnet das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) in dem im Januar 2020 vorgelegten Entwurf der Nationalen Wasserstoffstrategie die Herkünfte des Wasserstoffs:

  • Grüner Wasserstoff wird auf Basis erneuerbarer Energien hergestellt – z.B. über die Elektrolyse. Hierbei werden Wind- oder Solarstrom verwendet, um mit einem Elektrolyseur Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzutrennen.
  • Grauer Wasserstoff basiert auf dem Einsatz von fossilen Kohlenwasserstoffen. Maßgeblich für die Produktion von grauem Wasserstoff ist die Dampfreformierung von Erdgas. Seine Erzeugung ist mit erheblichen CO2-Emissionen verbunden.
  • Als blauer Wasserstoff wird Wasserstoff bezeichnet, dessen Erzeugung mit einem CO₂-Abscheidungs- und -Speicherungsverfahren gekoppelt wird (engl. Carbon Capture and Storage, CCS). Das bei der Wasserstoffproduktion erzeugte CO2 gelangt so nicht in die Atmosphäre und die Wasserstoffproduktion kann laut BMWi bilanziell als CO2-neutral betrachtet werden.
  • Türkiser Wasserstoff wird über die thermische Spaltung von Methan (Methanpyrolyse) hergestellt. Anstelle von CO₂ entsteht dabei...

Die Redaktion empfiehlt

Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) entwickelt eine dezentrale, modulare Lösung zur Produktion und Verteilung von grünem Wasserstoff.

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ihre eigenen wissenschaftlichen Positionen zur Wasserelektrolyse und Wasserstoffnutzung entwickelt.


Diskussionen zum Artikel

von Bernd Loick-Oesing

Die einzige wirtschaftliche Methode zur Wasserstofferzeugung:

https://leibniz-institut.de/Konferenzen/ee2013/tetzlaff_mit_wasserstoff-infrastruktur_die_energiekosten_senken.pdf

von Jens Geveke

EEG-Umlage für Wasserstoffherstellung aus Windstrom ??

"Für die Herstellung von grünem Wasserstoff werde zusätzlicher erneuerbarer Strom benötigt – deshalb müssten auch die Nutzer des Wasserstoffs mit der EEG-Umlage einen Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren leisten.". Wird überschüssiger Strom nicht abgenommen, dann wird er trotzdem ... mehr anzeigen

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