Aus der Wirtschaft

Photovoltaik

Strom von der Weide

Ein neues Anlagenkonzept sorgt für die Stromversorgung von zwei Milchviehbetrieben in Irland. Die senkrecht stehenden Module beeinträchtigen die Nutzung der Flächen kaum.

In der Nähe von Waterford, Irland, stehen seit kurzem zwei neue Agro-Photovoltaikanlagen. Mit einer Leistung von 25 und 27 kW sollen sie zukünftig zwei landwirtschaftliche Milchviehbetriebe mit Strom versorgen. Errichtet wurden die PV-Anlagen durch die Firma Sunstream Energy Ltd aus Waterford. Das Konzept stammt vom deutschen Hersteller Next2Sun.

Jeweils 138 Module der Anlagen produzieren einen Jahresenergieertrag von rund 30 MWh. Die Anlagen senken laut Hersteller die Betriebskosten um bis zu 40 % und tragen zum Einsparen von CO2-Emissionen in den Betrieben bei.

Solarmodule nutzen beide Seiten zur Stromproduktion

Die Kernidee hinter dem Agrophotovoltaikkonzept ist das senkrechte Aufständern von speziellen Solarmodulen, die das Licht von beiden Seiten verwerten können („bifaciale“ Module). Die bifacialen Solarmodulseiten sind nach Osten bzw. Westen ausgerichtet. Damit erfolgt die Stromproduktion vor allem morgens und in den Abendstunden. Dies führe zu einer besseren

Auslastung der Netzinfrastruktur, so Next2Sun. Darüber hinaus würden sich je nach verwendetenModultyp 5 bis 15% höhere Stromerträge pro kW ergeben. Insbesondere für Milchviehhalter entspricht das Produktionsprofil der Anlagen dem Lastprofil der Betriebe. Bei beiden Landwirten liegt der Spitzenstromverbrauch am Morgen und am frühen Abend. Zu diesen Zeitpunkten ergibt sich eine Last von 25 bis 30 kW, welche die Anlagen an sonnigen Tagen komplett decken können.

Zudem fallen hofnahe Flächen nicht aus der Produktion, da wegen der senkrechten Aufstellung der Module die Wertigkeit der Bodenfläche kaum beeinträchtigt werde. Ebenso ermögliche ein Reihenabstand von mindestens 10 m, dass die Weiterbewirtschaftung zwischen den Modulreihen gewährleistet ist.

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