Energiewende

Strombedarf steigt bis 2030 stärker an als bisher angenommen

Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine neue Prognose zum Stromverbrauch im Jahr 2030 vorgelegt. Der Bedarf an erneuerbaren Energien ist enorm. Der VDMA fordert den Abbau von Hürden.

Der Verkehrssektor, die elektrischen Wärmepumpen in Gebäuden und Wärmenetzen, die Erzeugung von Elektrolyse-Wasserstoff sowie die Produktion von Batterien lassen den Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 massiv ansteigen. Das zeigen aktuelle Berechnungen der Prognos AG im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

Im Sommer 2021 hatte das Konsortium von Prognos, Öko-Institut und Fraunhofer ISI eine Ad-hoc-Abschätzung zur Entwicklung des Bruttostromverbrauchs (BSV) bis zum Jahr 2030 unter der Prämisse des verschärften Treibhausgasreduktionsziels vorgelegt. Gemäß dieser Vorabschätzung steigt der Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2030 auf 655 TWh (+/-10 TWh).

Schärfere Klimaziele erhöhen Strombedarf

Im Nachgang an die Ad-hoc-Abschätzung berechnete das Konsortium ein Energieszenario, das die aktuellen Sektorziele des Klimaschutzprogramms 2030 abbildet und in dem die THG-Emissio- nen bis zum Jahr 2030 um 65 % gegenüber 1990 reduziert werden. Im Zielszenario 1 steigt der Bruttostromverbrauch von 595 TWh im Jahr 2018 auf 658 TWh im Jahr 2030 (+11 %).

VDMA: "Politik muss jetzt Hürden beseitigen"

„Die dringend notwendige Anpassung der Strombedarfsprognose durch das BMWi auf einen Wert von 658 TWh spiegelt die aktuellen Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Industrie zum Erreichen der Klimaziele im Jahr 2045 wider. Die zukünftige Koalition muss jetzt schnell darauf reagieren“, fordert Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer des Verbandes VDMA Power Systems.

Um den steigenden Strombedarf bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müsse ein erheblicher Zubau der erneuerbaren Energien erfolgen. Hierfür müssten die Ausbau-Hemmnisse schnellstmöglich beseitigt werden. Ebenso würden im gleichen Zeitraum H2-fähige Gaskraftwerke mit einer Leistung von ca. 40 GW neu dazu kommen, deren Realisierung einen Leistungsmarkt in einem integrierten Energiesystem voraussetzt. „Der Investitionsbedarf auf der Stromerzeugungsseite und in den Netzen ist enorm. Jetzt muss der regulatorische Rahmen dringend angepasst werden, um die Realisierung der Projekte auf dem Weg zur Klimaneutralität zu ermöglichen“, unterstreicht Rendschmidt.


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