Burgdorf

Stromleitungsbau: TenneT demonstriert Mehrfachpflug

Mit einem neuartigen Leerrohrverlegepflug will TenneT den Erdkabelbau deutlich beschleunigen. Bislang müssen Gräben gebaggert werden. Falls die Genauigkeit passt, könnte das neue Verfahren starten.

Im Beisein von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies wird der Netzbetreiber TenneT am 9. Juli in Wartjenstedt erstmals in Deutschland unter Vor-Ort-Bedingungen den für das 380-kV-Leitungsbauprojekt Wahle-Mecklar entwickelten Mehrfachpflug zur Verlegung von Leerrohren für 380-kV-Erdkaben testen.

Die Verlegung von Erdkabeln im Höchstspannungsbereich erfolgt bislang vorrangig in offener Grabenbauweise. Beim innovativen Mehrfachpflugverfahren dagegen sollen die Leerrohre, in die später die Erdkabel gezogen werden, mithilfe eines speziell für diesen Zweck gefertigten Pflugs ins Erdreich gebracht werden. Bei dem Test geht es darum, zu prüfen, inwieweit die technischen Anforderungen an die Verlegegenauigkeit erfüllt werden. Bei einem positiven Ergebnis könnte das Mehrpflugverfahren deutschlandweit erstmals bei der Realisierung einer Erdkabelstrecke im 380-kV Drehstrombereich in geeigneten Bereichen des Abschnitts A des Leitungsprojekts Wahle-Mecklar eingesetzt werden.

„Mehrfachpflugtest“ der TenneT TSO GmbH und der Frank Föckersperger GmbH (Bildquelle: TenneT)

Die Leitung Wahle-Mecklar: Bedarf und Verfahrensstand

Mit einer Spannung von 380 Kilovolt wird die geplante Höchstspannungsleitung die Umspannwerke Wahle in der Gemeinde Vechelde in Niedersachsen mit Mecklar in der Gemeinde Ludwigsau in Nordhessen verbinden. Die Leitung hat aber nichts mit dem Projekt Suedlink zu tun!

Energieknotenpunkte sind Umspannwerke an den Endpunkten der Leitung sowie in Lamspringe und Hardegsen. Dort wird die Energie in die Regionen verteilt oder bei Bedarf aus den Regionen abtransportiert. Die rund 230 Kilometer lange Leitung erhöht außerdem die Übertragungskapazität für Windenergie in der Nord-Süd-Achse und gewährleistet auch in Zukunft die Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Niedersachsen und Nordhessen, so der Netzbetreiber. Der vordringliche Bedarf für diese Leitung wurde 2009 im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) festgestellt.

Das Gesamtprojekt Wahle-Mecklar wurde in vier Einzelverfahren beantragt. Aktuell befindet sich noch einer der vier Leitungsabschnitte, Abschnitt C (Umspannwerk Hardegsen bis niedersächsisch-hessische Landesgrenze) im Planungsfeststellungsverfahren. Die Verfahren zu den Leitungsabschnitten D (niedersächsisch-hessische Landesgrenze bis Umspannwerk Mecklar), B (Umspannwerk Lamspringe bis Umspannwerk Hardegsen) und A (Umspannwerk Wahle bis Umspannwerk Lamspringe) sind mit dem Erlassen der Planungsfeststellungsbeschlüsse abgeschlossen.

Erdkabelverlegung (Bildquelle: TenneT)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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