Solarspeicher auf der EnergyDecentral

„Stromspeicher in der Landwirtschaft auf dem Vormarsch“

Der Projektleiter der EnergyDecentral, Marcus Vagt, erläutert, wie sich der Markt für Stromspeicher in der Landwirtschaft entwickelt und was die Besucher der Messe erwartet.

Mit der Perspektive auslaufender EEG-Förderung von PV-Anlagen ab 2021, steigender Strompreise und sinkender Speicherpreise stoßen Stromspeicher auch in der Landwirtschaft auf wachsendes Interesse. Sie schaffen nicht nur Autarkie, viele können auch die Notstromversorgung und das Energiemanagement, manche sogar eine unterbrechungsfreie Stromversorgung übernehmen. Die Frage ist, welcher Speicher der richtige ist. Dazu bietet die "EnergyDecentral 2020" vom 17. bis 20. November in Hannover viele Informationen. Die Messe informiert Landwirte aus der ganzen Welt parallel zur „EuroTier“ alle zwei Jahre über den aktuellen Stand erneuerbarer Energietechnik im landwirtschaftlichen Bereich. Im November 2020 werden zum zweiten Mal neben den Themen Biogas, Energiemanagement, Windkraft und Photovoltaik auch Stromspeicher in der Landwirtschaft Thema sein. Was Besucher sonst noch erwartet, erläutert Marcus Vagt, Projektleiter der EnergyDecentral bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG).

Herr Vagt, alle reden vom Vormarsch der Stromspeicher. Wie sieht das in der Landwirtschaft aus?

Vagt: Unser Eindruck in der DLG ist, dass viele Landwirte das Thema Stromspeicher auf dem Schirm haben, sei es als Lösung für Photovoltaik, deren Förderung in den kommenden Jahren ausläuft, sei es für die Eigenstromnutzung aus erneuerbaren Energieanlagen oder als Notstromversorgung. Stromspeicher in der Landwirtschaft werden aus unserer Sicht in Zukunft eine zunehmend größere Rolle spielen. Es muss aber klar sein, dass wir uns bei landwirtschaftlichen Stromspeichern im Bereich der Gewerbeanwendungen bewegen. Die Gruppe der Heimspeicher ist in einem modernen Landwirtschaftsbetrieb für die Versorgung des Wohnhauses interessant.

Hängt das mit der Strukturveränderung in der Landwirtschaft zusammen, mit dem Wachstum der Betriebe?

Vagt: Ja, im Prinzip schon. Die bewirtschaftete Fläche bleibt gleich, die Anzahl der Betriebe sinkt. Das heißt, jeder verbleibende Betrieb bewirtschaftet immer mehr Fläche. Das erfordert immer mehr Technik und auch Energie auf den Höfen. Eigenerzeugung und Stromspeicher sind gerade für Tierhalter Thema, weil Stromkosten kalkulierbar und Unternehmen von Strompreiserhöhungen unabhängiger werden. Landwirte stehen mit CO₂-Emissionen genauso unter Beobachtung wie alle Unternehmen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb, der mit Photovoltaik und Stromspeicher seinen Strombezug aus dem Netz senkt, hat eine bessere CO₂-Bilanz als ein Betrieb, der mit Graustrom arbeitet. Das ist für alle Betriebe mit Publikum ein echter Imagegewinn, abgesehen von der Autarkie und monetären Vorteilen. Mit Stromspeicher und Photovoltaik lässt sich der Strombezug auf rund 25 Prozent reduzieren. Wir sprechen von Summen im fünfstelligen Bereich.

Klingt einfach und gut, aber wo sind die Fallstricke?

Vagt: Fallstricke im eigentlichen Sinn gibt es aus unserer Sicht nicht. Stromspeicher und erneuerbare Energietechnik sind Betriebsmittel, wie Traktoren. Photovoltaik ist heute erprobte Technik, und es gibt bereits die ersten Anlagen, die inzwischen drei Jahrzehnte zuverlässig Strom aus Sonnenlicht produzieren. Stromspeicher sind in ihrer heutigen Ausprägung recht neu am Markt, aber auch hier gibt es gute Anbieter mit Erfahrung, Kompetenz und exzellentem Service. Die Herausforderung für Landwirtschaftsbetriebe ist, den richtigen Stromspeicher zu finden. Wir wollen dieses Jahr im November Landwirten eine möglichst breite Auswahl unterschiedlicher Akkutechniken auf der EnergyDecentral bieten, von Lithium basierter Akkutechnik über Blei-Akkutechnik, Redox-Flow bis zu Salzwasserspeichern. Begleitet wird das Thema Stromspeicher in der Landwirtschaft von eigens zugeschnittenen Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Produktpräsentationen.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.energy-decentral.com

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