Dieselersatz aus dem Wald

„Holzdiesel“ könnte Kraftstoffbedarf der Land- und Forstwirtschaft decken

Mit synthetischen Kraftstoffen ließe sich der ökologische Fußabdruck der österreichischen Landwirtschaft verbessern. Die Technik wäre auch geeignet, um die steigende Menge an Energieholz sinnvoll zu verarbeiten.

Mit 3,3 Mio. Festmeter (Fm) Holz ließe sich der gesamte Kraftstoffbedarf der österreichischen Land- und Forstwirtschaft decken. Das Holz müsste vergast und in synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden. Die Land- und Forstwirtschaft könnte damit ein erster Wirtschaftszweig mit vollständiger Energieversorgung aus erneuerbarer Energie sein. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Wien.

Die Umstellung könnte die Importabhängigkeit von zugekauften Treibstoffen minimieren. Aktuelle Ausgaben für den Diesel in der Land- und Forstwirtschaft in Österreich liegen bei ca. 300 Mio. € bei Gesamtausgaben für die Energie in diesem Sektor von 500 Mio. €. Würde die Produktion der Treibstoffe und des Erdgases unter Einhaltung bestimmter Mindestgrößen für die Produktionsanlagen regional verteilt in Österreich erfolgen, würde zusätzlich eine maximale Wertschöpfung in den Regionen erzielt werden, heißt es in dem Abschlussbericht.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die erforderlichen Ressourcen in Bezug auf Holz und biogene Rest- und Abfallstoffe vorhanden sind. Denn die Wärme- und Stromerzeugung aus Biomasse seien künftig keine großen Wachstumsmärkte mehr, da einerseits der Wärmebedarf in künftigen Gebäuden abnehmen und andererseits Strom aus anderen erneuerbaren Quellen kostengünstiger herstellbar sein wird.

Die eingesetzte Technik

Ziel der Studie war es, zu untersuchen, inwieweit...


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