Landvolk

SuedLink verlangt von Landwirten Nerven und Geduld

Die Bundesfachplanung zur Festlegung des SuedLink Trassenkorridors im Abschnitt B ist immer noch nicht abgeschlossen. An den Landwirten liegt es nicht, stellt das Landvolk klar.

Landvolk-Vizepräsident Dr. Holger Hennies zeigt sich enttäuscht über die „Verzögerungs- und Hinhaltetaktik“ der Energieversorger beim Leitungsbau.

„Es dauert beim Leitungsnetzausbau SuedLink alles viel zu lang. Die gesamte Bundesfachplanung hat sich schon um über ein Jahr verzögert. Deshalb werden wir Tennet und TransnetBW weiterhin auffordern, die berechtigten Interessen der Landwirte und Flächeneigentümer noch stärker zu berücksichtigen. Auch die Politik muss endlich wahrnehmen, dass das 2019 beschlossene Netzausbaubeschleunigungsgesetz bisher wenig zur Befriedung und zur Beschleunigung des Netzausbaus beigetragen hat“, so Hennies.

Mit diesem Tempo und dieser Vorgehensweise werde Deutschland es nie schaffen, seine gesteckten Klimaziele zu erreichen, führt Hennies aus und fügt an: „An uns Landwirten liegt es nicht, würde man uns als Vertragspartner auf Augenhöhe begegnen.“

Nach wie vor ist die Bundesfachplanung, also das Raumordnungsverfahren, zur Festlegung des einen Kilometer breiten Trassenkorridors im Abschnitt B noch nicht abgeschlossen. „Aufgrund der Vielzahl von Einwendungen und Alternativplanungen hat es bis Anfang November 2020 noch Nachbeteiligungen gegeben. Mit einer Entscheidung in der Bundesfachplanung ist frühestens im ersten Quartal 2021 zu rechnen“, erklärt Hennies zum aktuellen Stand. Direkt daran werde sich dann das Planfeststellungsverfahren, in dem der genaue Leitungsverlauf festgelegt wird, anschließen.

Der Bodenschutz ist für Landwirte, die von der Trasse betroffen sein werden, besonders wichtig. „Niemand hat auf unseren Binnenlandstandorten Erfahrung mit Erdverkabelung, die Frage der Erwärmung der Erdkabel ist ungeklärt. Deshalb wird Tennet nun endlich, wie wir von Anfang an gefordert haben, die Auswirkungen der Erdverkabelung auch in unserem Verbandsgebiet testen“, berichtet Hennies.

Das beauftragte Ingenieursbüro beabsichtige neben der Fläche bei Göttingen noch zwei weitere Testflächen in der Region Hannover sowie eine im nördlichen Niedersachsen auszuweisen. „Hier sollen die Auswirkungen der Erwärmung auf Sandböden bzw. auf schweren Böden erforschen werden. Nach unserer Kenntnis steht das Ingenieursbüro bereits im Austausch mit Landwirten, die Testflächen zur Verfügung stellen wollen“, sagt der Landvolk-Vizepräsident.

Positiv wertet Hennies, dass Tennet bereit sei, die Forderung des Landvolks nach strengem Bodenschutz zu erfüllen. „Wir erwarten, dass Erkenntnisse aus dem Leitungsbauvorhaben Wahle-Mecklar Eingang in das Leitungsbauvorhaben SuedLink finden. Etwaige Schwachstellen im Bundesfachplanungskonzept sind zwingend im Planfeststellungsverfahren auszubessern. Auch ein neutrales Monitoring der Folgeschäden muss gewährleistet sein“, fordert Hennies für Niedersachsens Landwirte.

Deshalb wird er Anfang Dezember auf Bundesebene an den weiteren Verhandlungen mit Tennet und TransnetBW teilnehmen und dabei mit den Leitungsnetzbetreibern über Konditionen des Leitungsbaus, aber auch über mögliche Modelle eines fairen Nachteilsausgleichs für die vom SuedLink später betroffenen Grundstückseigentümer und die betroffenen Bewirtschafter verhandeln.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Das war wohl nix ?

Die Niedersachsen und ihr Weg ?

von Edgar Ebrecht

Masten bauen ginge schneller

Würde man sich von dem Gedanken der Erdverkabelung verabschieden, wäre man schneller und auch viel weiter. Was war das Geschrei groß, bezüglich der „Megamonster-Masten“ bei der Trasse Mecklar-Wahle. Alles muss in die Erde! Jetzt wo die ersten Masten stehen sind sie doch nicht ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Keine neue Erkenntnis für Praktiker.

Masten hätten viel weniger Ärger gemacht.

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