Umfrage unter Pkw-Besitzern

Teuer und wenig Reichweite: Skepsis gegenüber E-Autos

Bei E-Autos spielen Preis, Reichweite und Ladeinfrastruktur eine große Rolle für die Kaufentscheidung, zeigt der KÜS Trend-Tacho. 60 % würden einen sauberen Verbrenner vorziehen,

Die Akzeptanz gegenüber alternativ angetriebenen Fahrzeugen steigt. Dennoch lehnen viele Verbraucher ein E-Auto ab: Zu teuer, zu wenig Reichweite, zu wenig Ladestationen. Dies ist eines der Resultate des KÜS Trend-Tacho. Die Erhebung hat das Kölner Institut BBE Automotive im Auftrag der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) durchgeführt. Hierfür wurden 1000 Autobesitzer telefonisch bzw. online befragt.

Hybridfahrzeuge in der Gunst weit oben

Mit dem Argument der Umweltfreundlichkeit punkten Hybridfahrzeuge bei den Autofahrern. Dieses Image sehen 63 % der Befragten bei diesen Autos als gegeben, bei Elektromobilen sind es 56 %. Das Prädikat "Technologie-Vorreiter" würden 60 % für die Hybridautos vergeben, bei den batteriebetriebenen Fahrzeugen wären es 54 %.

Die Interviewer des KÜS Trend-Tacho wollten auch die persönlichen Einstellungen der Befragten zu Hybrid und Elektro wissen. Eine sinnvolle Zukunftstechnologie sei der Hybridantrieb, sagten 54 %. Erhoben wurde von 51 % die Forderung, deutsche Autohersteller müssten mehr Hybridautos anbieten.

Preis, Reichweite, Ladestation

Wenn es um E-Autos geht, dann spielen Preis und Reichweite die entscheidende Rolle. "Viel zu teuer" sagen 71 %, ebenso viele bemängeln die geringe Reichweite. Gerade einmal 26 % geben an, in der Umgebung ihres Wohn- oder Arbeitsortes eine nutzbare Ladeinfrastruktur vorzufinden. Und dann sind da noch die 60 %, die einen sauberen Verbrenner dem E-Mobil vorziehen würden.

Wie sieht es bei den Erfahrungen mit alternativen Antrieben unter den deutschen Autofahrern aus? Es sind nur 17 %, die schon im Hybridauto unterwegs waren, als Fahrer oder Beifahrer. Bei den batteriegetriebenen Autos waren es 19 % der Befragten.

Geringe Wechselbereitschaft

Das Thema Steuern blieb beim KÜS Trend-Tacho natürlich nicht außen vor. Die Befragten fänden es richtig, wenn die Fahrzeuge mit neuen Antriebsarten bei der Kfz-Steuer begünstigt würden. 54 % befürworten das für die E-Mobilität, 53 % für die Brennstoffzelle, 50 % für Plug-in-Hybride (also Fahrzeuge mit Auflademöglichkeit) und noch 44 % für Fahrzeuge mit Erdgas- oder Autogasantrieb. Auch der umgekehrte Fall wurde erfragt. Wenn die Steuern für Benziner oder Diesel steigen würden - wie würden die Autofahrer entscheiden? 23 % der Fahrer von Benzinern wären zum Verzicht oder zum Wechsel auf alternative Antriebe bereit, bei den Dieselbesitzern waren es 43 %.

Tesla ist bekannteste Marke

Welche Marken nehmen die Autofahrer wie wahr, wenn es um Hybrid- oder Elektrofahrzeuge geht - auch das wollte der KÜS Trend-Tacho wissen. Wem wird am ehesten der Erfolg in diesem Bereich zugetraut? Auf dem Siegerpodest steht Tesla mit 33 %, es folgt BMW mit 32 % und Audi und VW mit jeweils 29 %. Wenn gefragt wird, wer die erfolgreichste Marke bei Hybrid sei, so stehen auf den ersten drei Plätzen Toyota mit 34 %, VW mit 15 % und BMW mit 10 %. Die Marken mit dem größten Erfolg bei der Elektromobilität sind nach Meinung der deutschen Autofahrer Tesla mit 52 %, BMW mit 22 % und VW mit 22 %.

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