Pilotprojekte

Thüringen fördert Machbarkeitsstudien: Wasserstoff als Perspektive für Biogasanlagen

Das Thüringer Umweltministerium hilft Landwirten, ihre Biogasanlagen auch in Zukunft wirtschaftlich zu betreiben. Es werden neue Geschäftsfelder untersucht. Eine Option ist Wasserstoff.

Für 50 von aktuell 275 Biogasanlagen (Stand: 2019) in Thüringen läuft innerhalb der kommenden 5 Jahre die staatliche EEG-Förderung aus. Hier sind neue Förderinstrumente, aber auch alternative Nutzungskonzepte gefragt.

Die Bioenergie ist für Thüringen ein besonders wichtiger Energieträger, teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Die 275 Anlagen in Thüringen sorgten derzeit für ein Drittel der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Hingegen liegt dieser Anteil bundesweit nur bei einem Viertel.

Derzeit nimmt das Thüringer Biogasinstitut drei Anlagen im Land mit Blick auch auf Wasserstoff unter die Lupe. Dafür fließen aus dem Förderprogramm „Solar Invest“ rund 25.000 €. Erste Ergebnisse werden Ende des Jahres erwartet. Neben den jeweiligen technischen Voraussetzungen steht die Suche nach Abnehmern des produzierten Wasserstoffes und damit die Schaffung regionaler Wertschöpfungsketten im Fokus.

So könnte eine wasserstoff-produzierende Bioenergieanlage die H2-Modellregion Schwarzatal versorgen. Für ein Pilotprojekt zwischen Rottenbach und Katzhütte geht es perspektivisch um mehr als den Wasserstoffzug, der ab 2023 regulär fahren soll. Biogas bzw. Wasserstoff sollen dort auch Nahverkehrs-Busse antreiben und für Gebäudewärme bzw. –kälte sorgen. Regional und grün erzeugt bietet Wasserstoff große Wertschöpfungspotenziale für die Region.

„Wir werden gemeinsam förderwürdige Projekte erarbeiten und umsetzen, um Wasserstoff in den Markt zu bringen. Entscheidend ist am Ende, dass grüner Wasserstoff wirtschaftlich eingesetzt und regional angewendet wird. Ich bin optimistisch, dass Biogas und Wasserstoff in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen werden. Denn hier verzahnen sich Klimaschutz und regionale Wertschöpfung“, sagte Umweltstaatssekretär Olaf Möller in Erfurt.

„Im aktuell diskutierten Konjunkturprogramm der Landesregierung wollen wir neue Technologien für mehr Klimaschutz unterstützen, und dazu gehört natürlich auch das Thema Wasserstoff“, so Möller weiter.

Biomasseanlagen gelten als flexible Arbeitsbienen der Energiewende. Sie stehen sowohl für die Grundlastsicherung im Stromnetz, können aber auch für Spitzenlast leicht zugeschaltet werden. Darüber hinaus erzeugen sie Wärme und Kraftstoffe. Zugleich schließen die Anlagen Nährstoffkreisläufe, steigern die Düngeeffizienz und tragen damit aktiv zum Boden- und Gewässerschutz bei.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Sinnvoller Einsatz

Auch beim Wasserstoff wird aktuell viel versucht, was sich eigentlich nie rechnen kann. Biogas zu Biomethan aufzureinigen und ins Erdgasnetz einzuspeisen dürfte wesentlich sinnvoller sein. Wasserstoff kann später wahrscheinlich wesentlich einfacher durch Elektrolyse hergestellt werden.

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