Reaktion

Thüringer Bauernverband lehnt SuedLink-Verlauf

Die am Donnerstag vorgestellten Planungen für den Verlauf der Stromtrasse verletzen nach Ansicht des Thüringer Bauernverbandes das Gebot der Geradlinigkeit und würden massiv Natur und Landwirtschaft schädigen.

Der Thüringer Bauernverband e.V. (TBV) lehnt die am Donnerstag durch die Netzbetreiber TenneT und TransnetBW vorgelegten Pläne für den Verlauf der Stromtrasse SuedLink durch den Süden und Westen Thüringen entschieden ab.

„Der vorgelegte Plan verletzt nach wie vor in eklatanter Weise das Gebot der Geradlinigkeit und führt dazu, dass die Süd- und Westthüringer Landwirte durch die Beeinträchtigung ihrer Böden und die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen massiv belastet werden“, so der Präsident des TBV Dr. Klaus Wagner.

Hinzu komme, dass bei einer Umsetzung der Pläne auch Teile der wertvollsten Thüringer Naturschutzgebiete, wie das Biosphärenreservat Rhön, in Mitleidenschaft gezogen werden, zu deren Schutz auch die Landwirtschaft jahrelang intensiv beigetragen habe, so Wagner weiter. Der TBV wird daher vehement Widerstand gegen den geplanten Verlauf der SuedLink-Stromtrasse leisten.

Bestätigt sehe sich der TBV-Präsident durch den Umstand, dass in der neuen Vorschlagsvariante die Trasse nicht mehr durch das Eichsfeld und den Unstrut-Hainich-Kreis verlaufen werde: „Die Pläne dieser weit nach Osten ausgreifende Trassenvariante war von Anfang an nicht nachvollziehbar. Schön, dass sie jetzt vom Tisch sind“, so Wagner. Hier habe aus seiner Sicht der Widerstand aller Betroffenen und der Thüringer Landesregierung einen ersten Erfolg gezeitigt, weshalb man jetzt nicht nachlassen dürfe.

Die Verlegung der Erdkabel hat für alle betroffenen Landwirte gravierende Auswirkungen. Neben massiven Eingriffen in die Struktur der Böden, werden diese auch durch die schweren Baumaschinen enormen Druckbelastungen ausgesetzt. Die daraus resultierenden Verdichtungen beeinträchtigen nachhaltig die Bodenfruchtbarkeit. Hinzu kommt, dass nicht gesichert ist, welche zukünftigen Folgen die Erdkabel für die Böden und damit für deren landwirtschaftliche Bewirtschaftung haben wird. So führen die schweren Böden in Thüringen nicht genügend Wasser, um die Leitungen ausreichend zu kühlen, so dass mit einem Austrocknen und damit verbundenen Bewirtschaftungseinschränkungen gerechnet werden muss.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

Suedlink

Eine korrekte Stellungnahme vom TBV und der Landesregierung! Für mich ist diese ganze Durchleitungsgeschichte namens SuedLink unsinnig und wäre nicht notwendig gewesen,hätte der Staat einen ordentlichen dezentralen Energiemix geplant und weitergeführt. Dazu gehören eben neben den erneuerbaren Energien auch die dezentralen emissionsfreien Atomkraftwerke und noch Kohlekraftwerke,welche in dem vergangenen windarmen Sommer öfters zur Stromversorgung gebraucht wurden. Diese ganze Durchleitungsgeschichte mit den vielen noch ungeklärten Nebenwirkungen wird doch u.a. verursacht durch die bestehenden Überkapazitäten (Fehlplanung) der Off Shore Parks im Norden. Den angeblichen fehlenden Strombedarf im Süden hätte man getrost über Energieverbundsysteme,bestehende Anlagen und dezentrale erneuerbare Energiesysteme auch zukünftig absichern können.

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