Methanemissionen

UN-Klimakonferenz: Energie-Verbände begrüßen Plan zu weniger Methan

Die Gaswirtschaft arbeitet nach eigenen Angaben an der Modernisierung der Infrastruktur für weniger Methanausstoß. Im Gasnetz könnten zukünftig erneuerbare und dekarbonisierte Gase fließen.

Die Verbände der deutschen Energiewirtschaft BDEW, BVEG, DVGW, FNB Gas, VKU sowie Zukunft Gas begrüßen, dass sich mehr als 100 Staaten im Zuge der Klimakonferenz in Glasgow auf Initiative der EU und den USA im „Global Methane Pledge“ zum ambitionierten kollektiven Ziel der Reduktion von Methanemissionen bekannt haben. Die Senkung des Methanausstoßes sei eine globale Herausforderung und werde nur gelingen, wenn die Mitglieder der Staatengemeinschaft an einem Strang ziehen. Auch wenn die flüchtigen Methanemissionen der Öl- und Gasindustrie in Europa lediglich 0,6 % an den europaweiten Treibhausgas-Emissionen ausmachten, so sei es erklärtes Ziel der Branche, den Ausstoß an klimaschädlichem Methan weiter zu senken.

Modernisierung reduziert Emissionen

Die deutsche Gaswirtschaft hat seit 1990 rund 40 % Methanemissionen eingespart. Dies ist in erster Linie auf die Modernisierung des Leitungsnetzes, strenge Vorgaben beim Leitungs- und Anlagenbau und auf verbesserte und transparente Mess- und Detektionsmethoden zurückzuführen. Zu den technischen Reduktionsverfahren zählen beispielsweise die konsequente Nutzung von mobilen Verdichtern sowie der Einsatz von Hubschraubern und Drohnen bei der Suche nach Leckagen im Netz.

Erneuerbare Gase statt Erdgas

Die Verbände unterstützen die Ziele des European Green Deal zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Um die Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % netto bis 2030 zu ermöglichen, müssten im Zuge der angekündigten legislativen Maßnahmen der EU die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Bei allen geplanten Maßnahmen seien außerdem die Kriterien einer jederzeit sicheren Energieversorgung sowie die Bezahlbarkeit und die soziale Ausgewogenheit für die Verbraucher zu beachten. Erneuerbare Gase sowie in der Transformationsphase Erdgas und dekarbonisierte Gase und die zugehörige Infrastruktur könnten hier einen entscheidenden Beitrag für die Dekarbonisierung aller Sektoren liefern.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Auf der Weltklimakonferenz verpflichteten sich dutzende Staaten dazu, ihre Methan-Emissionen deutlich zu reduzieren. Auch die Landwirtschaft wird zur Erreichung des Ziels eine Rolle spielen.

Neben CO2 ist Methangas das zweitwichtigste Klimagas, das es zu reduzieren gilt. In den Nachrichten wurde neben Lecks in Gasleitungen die Rinderhaltung als größter Verursacher dargestellt.

Eine Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der EWS macht deutlich, dass auch ein Ausstieg aus der Erdgasnutzung nötig ist.