Windenergie

Viele Klagen und lange Genehmigungsverfahren hemmen Windenergieausbau Premium

Die Bundesregierung sucht aufgrund der Windenergie-Flaute nach Wegen für schnellere Genehmigungen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast bemängelt Zielkonflikte.

In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der genehmigten Windkraftanlagen an Land von 441 mit einer Leistung von 1.378 MW (2017) auf 466 mit einer Gesamtleistung von 1.581 MW (2018) angestiegen. Für das Jahr 2019 wurden bis zum 30. April 135 Anlagen mit einer Leistung von 510 MW genehmigt. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Auf die Fragen der Abgeordneten zur Dauer und Ausgestaltung der Genehmigungsverfahren führt die Bundesregierung an, dass Landprojekte etwa 1,5 Jahre bis zur Zulassung benötigten, Offshore-Parks bräuchten von Antragstellung bis Genehmigung etwa 2,5 bis drei Jahre. Besonders Klagen verlängerten die Gesamtverfahrensdauer neuer Anlagen. Ist eine Umweltverträglichkeitsprüfungen nötig, seien im Durchschnitt weitere sechs Monate einzurechnen. Die Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung arbeite bereits an konkreten Definitionen, um die naturschutzfachlichen Bewertungsmethoden bundesweit zu standardisieren. Hierdurch könne das Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

Riesige Lücke beim Ausbau

Zwischen den Ausbauzielen und der Genehmigung von Windenergieanlagen klafft nach Angaben der Grünen eine riesige Lücke. Bei den letzten Windenergie-Ausschreibungen kam es zu gravierenden Unterdeckungen der ausgeschriebenen Mengen. In Summe fehlten rund 1 GW, zusätzlich sei zu befürchten, dass aus den Ausschreibungen (2,8 GW) im Jahr 2017 nur ein Bruchteil der Anlagen installiert wird, die einen Zuschlag erhalten hatten. Der Mangel an Genehmigungen liege auch an dem immer aufwändigeren Naturschutzteil der Verfahren. Das hat dazu geführt, dass heute mindestens vier Jahre Planungszeit für eine Windenergieanlage an Land und wenigstens acht Jahre für Windparks auf See eingeplant werden müssten.

Wenn die Ausschreibungsmengen nicht durch zugelassene Gebotsmengen ...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

NRWs Ministerpräsident Laschet will zeigen, wie Klima- und Artenschutz mit der Wirtschaft gehen. Sein Land soll Vorreiter werden. Die Bauernverbände signalisieren Unterstützung.

Der Bundesverband Windenergie hat ein Infopapier zur Windenergienutzung in intensiv genutzten Forstbeständen veröffentlicht. Darin gibt der Verband Hinweise, was bei der Planung zu beachten ist.

Premium

In einem offenen Brief an das Bundesumweltministerium kritisiert WestfalenWind-Geschäftsführer Johannes Lackmann die steigende Klagewelle von Naturschutzverbänden gegen die Windenergie sowie die ...

Wann liefert das DMK endlich?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

Schreiben Sie Hinrich Neumann eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Christian Bothe

Korrektur

...AKWs emissionsfrei weiter...

von Christian Bothe

Windmühlen...

Gottseidank ist es und bleibt das so und unsere schöne deutsche Landschaft wird nicht so schnell weiter verschandelt bzw. das Geschäftsmodell wird eingestellt. AKWs Emissionspreis weiter laufen lassen, ergänzt mit Solar und anderen Energiegewinnungsverfahren im Mix! So geht‘s und viele BI wären damit erledigt.Andere Länder verfahren so und das Licht brennt immer...

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen