top agrar plus Energieversorgung

Vielseitiger Problemlöser: Politik entdeckt heimisches Biogas neu

Biogas hat das Potenzial, einen Großteil der Gasimporte aus Russland zu ersetzen. Damit bekommt die lange geschmähte Technik neuen Auftrieb. Die Branche fordert jetzt den Wegfall unnötiger Hürden.

Die Gaspreise sind in Europa auf einem historischen Hoch angekommen. Aber auch fürs Tanken oder für den Strom müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Dazu kommt die unsichere politische Lage: Wird Russland den Gashahn zudrehen oder stellt Europa den Gasimport ein, um den Krieg in der Ukraine nicht länger zu finanzieren? Denn schließlich importiert die EU aus Russland 55 % des benötigten Erdgases, 50 % der Kohle, 35 % des Erdöls und 20 % des Urans. „Neben Versorgungssicherheit und steigenden Energiepreisen müssen wir auch aus Klimaschutzgründen aus den fossilen Energien aussteigen“, fordert Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie aus Berlin.

Biomethan wird zur Chefsache

Wie das gelingen kann, haben kürzlich mehrere Verbandsvertreter aus dem Bereich erneuerbare Energien in einem Pressegespräch des Fachverbandes Biogas und des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) diskutiert. „Der Ukrainekrieg hat ganz plötzlich dazu geführt, dass nachhaltig erzeugtes Biomethan aus Europa politisch zur Chefsache geworden ist“, erklärte Harmen Dekker, Geschäftsführer des Europäischen Biogasverbandes (EBA) aus Brüssel.

Die rund 20.000 Biogasanlagen in Europa erzeugen heute ca. 17 Mrd. m3 Biogas zur Strom- und Wärmeproduktion sowie 3 Mrd. m3 Biomethan, also auf Erdgasniveau aufbereitetes Biogas. Laut EU-Kommission könnten die Anlagen bis 2030 etwa 35 Mrd. m3 Biomethan erzeugen, bis 2050 etwa 100 bis 160 Mrd. m3. „Das entspricht allein 30 bis 50 % des künftigen Gasbedarfs“, rechnet Dekker vor.

Heute schon wirtschaftlich

Und das grüne Gas trägt seiner Meinung nicht nur zur Versorgungssicherheit bei, sondern auch zu sinkenden Kosten: Während Erdgas aktuell ca. 250 € pro Megawattstunde (MWh) kostet, lässt sich Biomethan für etwa 55 €/MWh erzeugen. „Kalkuliert man zudem noch den steigenden CO₂-Aufschlag für fossiles Erdgas ein, wird das klimafreundliche Biomethan immer mehr zu einer wirtschaftlichen Alternative – ganz ohne Förderung“, unterstreicht der Geschäftsführer.

Ein weiterer positiver Effekt: Der Gärrest aus Biogasanlagen ersetzt in der Landwirtschaft immer stärker chemische Düngemittel, bei deren Produktion viel Treibhausgas emittiert wird.

Um das Ziel von...

top agrar plus

Mit top+ weiterlesen

top agrar
Digital

Jahresabo

117,60 EUR / Jahr

Spare 6% zum Monatsabo

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital

Monatsabo

9,80 EUR / Monat

1. Monat kostenlos

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital + Print

Jahresabo

124,20 EUR / Jahr

Sehr beliebt

  • Alle Vorteile des Digitalabos
  • 12x pro Jahr ein Heft
  • Zusätzliche Spezialteile Rind und Schwein wählbar
  • Kostenlose Sonderhefte
Jetzt abonnieren
Bereits Abonnent?

Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste zum Thema Energie donnerstags, alle 4 Wochen per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.