Schleswig-Holstein

Vierte Abschnitt der Westküstenleitung kann gebaut werden

TenneT TSO kann die Westküstenleitung von Husum bis Niebüll weiterbauen

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht hat am Mittwoch dem Netzbetreiber TenneT TSO GmbH den Planfeststellungsbeschluss für den vierten Abschnitt der Westküstenleitung von Husum bis Niebüll überreicht und eine Zwischenbilanz des Netzausbaus in Schleswig-Holstein gezogen.

Die Westküstenleitung ist eines der größten Stromnetzprojekte Schleswig-Holsteins – neben dem Umbau der Mittelachse, der Planung der Ostküstenleitung und dem Bau von Nordlink. Auf 138 Kilometern soll von Brunsbüttel bis zur dänischen Grenze ab 2023 insbesondere der Strom der Windkraftanlagen von der Westküste nicht nur in Schleswig-Holstein verteilt, sondern auch nach Süddeutschland und Dänemark exportiert werden.

Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer des Netzbetreibers TenneT: „Mit dem vierten Planfeststellungsbeschluss biegen wir nun auf die Zielgerade beim Bau der Westküstenleitung ein. Wir werden umgehend mit den bauvorbereitenden Maßnahmen auf diesem 38 Kilometer langen Abschnitt beginnen und wollen ihn einschließlich des 380-kV-Umspannwerks Klixbüll bereits im dritten Quartal 2022 in Betrieb nehmen.“ Schon ein Jahr später soll dann der fünfte und letzte Bauabschnitt bis zur dänischen Grenze und damit das Netzausbauprojekt Westküstenleitung insgesamt fertiggestellt werden.

Karte

Leitungsausbau in SH (Bildquelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung )

Hintergrund

In Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2018 insgesamt 37,4 Mio. MWh Strom erzeugt. Davon waren 22,6 Mio. MWh Strom aus erneuerbaren Energien. Das entspricht einem Anteil von 60,3 %. Rechnerisch konnte somit der Stromverbrauch in Schleswig-Holstein (rund 14,7 Mio. MWh) zu mehr als 150 % gedeckt werden.

Die neue Westküstenleitung sorgt als 380-kV-Nord-Süd-Verbindung in Schleswig-Holstein für eine Verstärkung des Übertragungsnetzes und bietet mehr Netzsicherheit, teilt das zuständige Ministerium mit.

Mittlerweile sind insgesamt 37 km der Westküstenleitung in Betrieb, 46 km im Bau und gut 50 km stehen noch aus. Der Umbau der Mittelachse zu einer 380-kV Leitung soll bis zum dritten Quartal 2020 fertiggestellt werden. Bisher sind bereits 105 km von der Elbe bis Audorf in Betrieb. Bis 2023 wird die Westküstenleitung bis zum dänischen Endrup bei Esbjerg weitergeführt.

Im 1. Halbjahr 2020 ist eine Ergebniskonferenz zum Dialogverfahren für den fünften Abschnitt der Westküstenleitung zwischen dem Umspannwerk Klixbüll bis zur Bundesgrenze in Niebüll geplant. Dort wird die Vorhabenträgerin TenneT den geplanten Vorzugskorridor für diesen nördlichsten Abschnitt der Westküstenleitung vorstellen. Noch in diesem Jahr will der Netzbetreiber TenneT das Planfeststellungsverfahren für den fünften Abschnitt beantragen.


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