Power-to-Gas

Wasserstoff als BHKW-Brennstoff

Dem BHKW-Hersteller 2G ist es gelungen, ein Standard-Erdgas-BHKW so anzupassen, dass es Wasserstoff (H2) mit vergleichbarer Wirtschaftlichkeit zur Erzeugung von Strom und Wärme nutzen kann.

Wasserstoff gilt als wesentliche Komponente der künftigen Energieerzeugung. Das Gas fällt unter anderem bei der Power-to-Gas-Technologie an, die mithilfe der Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Dem BHKW-Hersteller 2G ist es jetzt gelungen, ein Standard-Erdgas-BHKW so anzupassen, dass Wasserstoff (H2) nahezu CO2-emissionsfrei, effizient und mit vergleichbarer Wirtschaftlichkeit zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt wird. Der mechanische Motorwirkungsgrad ist laut Hersteller zudem aufgrund der schnellen Verbrennung von Wasserstoff höher als der eines mit Erdgas betriebenen BHKW. Weil das Münsterländer Unternehmen dafür nur Standardkomponenten nutzt, konnte es seine Wasserstoff-BHKW innerhalb kurzer Zeit zur Serienreife führen. Die Technik ist bei den renommierten Handelsblatt Energy Awards 2018 in der Kategorie „Industrie“ von der Jury unter die Top 3 der innovativsten Projekte der Energiewende nominiert worden. 2G bietet H2-BHKWs im Leistungsspektrum von 80 bis 280 kW bereits zu vergleichbaren Preisen wie mit Erdgas betriebene Anlagen an.

BHKW ist robuster als Brennstoffzellen

Die Anwendungsgebiete der 2G Wasserstoff-Technologie für Industrie, Gewerbe und Energieversorger decken ein breites Spektrum an Gasarten ab: der Einsatz mit anderen hoch wasserstoffhaltigen Gasen wie sie z.B. in der chemischen Industrie als Abfallprodukt vorkommen, oder auch der Einsatz mit variablen Gasmischungen wie z.B. mit Klär-, Deponie- und Erdgas ist unproblematisch, so der Hersteller. Denn der Verbrennungsmotor ist, anders als die Brennstoffzelle, unempfindlich gegen Schadstoffe im Gas.

Stadtwerke Haßfurt nutzen 2G Wasserstoff-BHKW

Die Stadtwerke Haßfurt nutzen ein 2G Wasserstoff-BHKW in einem wegweisenden Projekt zur regenerativen, regionalen Energieversorgung: der Elektrolyseur zur Wasserstofferzeugung wird mit Strom aus einem lokalen Windpark betrieben. So bilden regenerativer Strom, ein Wasserstoffspeicher und das 2G BHKW eine dezentrale und flexible Basis für die sichere Versorgung der regionalen Verbraucher mit Strom und Wärme.

Die Redaktion empfiehlt

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) wollen mit einer Strategie dazu beitragen, die fossile Energiewirtschaft...

Mit dem Projekt „eFarm“ startet GP Joule eine Wasserstoff-Infrastruktur von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Flottennutzung im Verbund.

Die Hamburger Energiegenossenschaft Greenpeace Energy und Energie des Nordens aus Ellhöft errichten einen Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff aus Windenergie.

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

Schreiben Sie Hinrich Neumann eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Erwin Schmidbauer

Abfall?

Hochwasserstoffhaltige Gase als industrieller Abfall? Sehr unglaubwürdig, höchstens in besonderen Bereichen. Normal wird Wasserstoff in der Industrie teuer hergestellt, weil daran Mangel herrscht. Aber gerade das wäre auch eine Idee, des Power to gas, weil man statt fossiler Wertstoffe (Erdgas, Erdöl etc.) Wasser und Strom als Ausgangsbasis für Industriewasserstoff benutzen könnte. Wenn es auch nicht so einfach möglich ist.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen