Power-to-Gas

Wasserstoff: Ein neuer Markt für Wind- und Biogasanlagen Premium

Wasserstoff ist ein Speichermedium für Windstrom. Das Gas kann aber auch in Biogasanlagen die Ausbeute erhöhen, zeigte eine Podiumsdiskussion während der Tarmstedter Ausstellung.

Biogasanlagen und Windparks erzeugen heute vor allem Strom. Das könnte sich künftig ändern. „Es gibt schon heute viele Anwendungen für Wasserstoff im Energiesektor oder in der Industrie. Für eine nachhaltige Wirtschaft muss er aber ‚grün‘, also aus erneuerbaren Energien hergestellt sein“, sagt Adenike Bettinger vom EUTEC Institut der Fachhochschule Emden-Leer. Bettinger, die zum Thema „Speicherlösungen für erneuerbare Energien“ promoviert, brachte den Zuhörern der Tarmstedter Gespräche am Samstag in Zelthalle 7 sehr anschaulich den Energieträger Wasserstoff näher.

Über die Elektrolyse, also die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff wird er in Power-to-Gas-Anlagen aus Ökostrom hergestellt, momentan vor allem aus Windenergie. „Denn die Anlagen produzieren häufig Strom zu Zeiten, in denen nicht so viel Strom auf einmal benötigt wird. Daher müssen Windräder in Norddeutschland immer öfter...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

...da Biogasanlagen jedoch gezielt Strom produzieren können, ist Wasserstoff zunächst kein Zukunftsmarkt für diese. Denn aus Methan Strom zu machen, um dann daraus wieder Wasserstoff zu gewinnen, macht überhaupt keinen Sinn. Interessant wird es jedoch, wenn das Biogas einspeist wird, denn das überschüssige CO2 kann dann mit dem Wasserstoff ebenfalls zu Methan werden und zusammen eingespeist werden. Erste Versuchsanlagen dazu laufen auch schon.

von Jens Geveke

Das wäre Irrsinn, wenn es der Strom wäre, der in dem Moment zur Verfügung steht, wenn er zum Beladen des E-Auto gebraucht wird. Dann ist Strom der effektivste Antrieb, denn ein E-Motor hat einen sehr hohen Wirkungsgrad. Haben wir aber gerade zuviel Strom und können es nicht mehr zwischenspeichern, dann ist Wasserstoff ein interessanter Energieträger. Da Wasserstoff eine sehr geringe Energiedichte ist und überall durchdiffundiert (kleinstes Atom eben), macht es technisch keinen Sinn, ein Wasserstoffnetz zu bauen. Durch die Verbindung mit CO2 wird aus Wasserstoff Methan, also Erdgas. Dafür haben wir einen riesigen Speicher in Deutschland, das Erdgasnetz. Und dann macht es Sinn damit die Fahrzeuge zu betreiben, bei denen der Elektroantrieb an die Grenzen stösst: größere Lieferfahrzeuge, LKW, Langstreckenfahrzeuge usw. Im Brennstoffzellenantrieb selbst sehe ich gar nicht die Zukunft, Wasserstoff umgeformt zu Methan löst alle Probleme, die es beim Wasserstoff gibt und das mit verfügbarer, bezahlbarer Technik.

von Andreas Bahnmüller

Irrsinn - eher nein

man sollte die komplette Kette betrachten: Battereien wiegen viel, brauchen seltene Erden zur Herstellung und die Entsorgung ist auch noch nicht gelöst. Wasserstoff dagegen lässt sich viel einfacher lagern und transportieren als Strom. Wie im Beitrag dargestellt ist er die bessere Alternative für hihe lasten udn / oder lange Strecken.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Irrsinn

Man benötigt Strom um Wasserstoff herzustellen und die Autos damit zu betanken. Dann ist es doch sinnvoller den Strom direkt in die E-Autos zu laden!!!

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