Wege zu mehr Geld aus Biogasanlagen

In dem Special „Biogasanlagen optimieren“ während der „Biogas Convention“ in Nürnberg informierten Experten über neue Wege zur Effizienzsteigerung.

Betreiber von Biogasanlagen stehen vor einem Dilemma: Die Anforderungen an den Betrieb der Anlage steigen, es kommen immer neue Kosten auf sie zu – nicht nur aufgrund von neuen Auflagen wie die Düngeverordnung oder der Umstellung auf die flexible Stromproduktion. Gleichzeitig müssen sie Kosten senken, um nach Ablauf der 20-jährigen Vergütungszeit erfolgreich an dem Ausschreibungssystem teilnehmen zu können und mit einem Einspeisetarif von unter 16 ct/kWh zurecht zu kommen.

Welche Möglichkeiten es dazu gibt, stellten mehrere Experten auf dem Special „Biogasanlagen optimieren“ im Ausstellerforum während der „Biogas Convention“ in Nürnberg vor:

  • In seinem Vortrag „Biomax – Biogas aus Futter“ plädierte Fütterungsberater Helmut Mittermair dafür, Biogasrohstoffe nicht nach oTS zu bewerten, sondern vor allem den Anteil nicht abbaubarer Bestandteile zu beachten. Rüben und Maissilage haben wesentlich höhere Anteile abbaubarer Biomasse als Stroh oder Gras. Mit einer richtigen Bilanzierung der unterschiedlichen Fraktionen ließe sich auch die biologische Stabilität im Fermenter erhöhen.
  • Dejan Štrbenk von der Firma Decos-re stellte das Additiv Biocat+ vor, das die Mikroorganismen im Fermenter stimulieren und damit den Abbau u.a. von Zellulose und Hemizellulose verbessern soll. 
  • Markus Großekemper vom BHKW-Dienstleister August Storm sprach sich für mehr Analysen aus, um die Wartung am BHKW an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Dazu zählte er Ölfilteranalysen mit einem Spezialmikroskop, um z.B. herauszufinden, ob Kupfer im Motoröl auf Reinigungsmittel in der Gülle oder auf Lagerschäden zurückzuführen ist. Außerdem stellte er Möglichkeiten zur Instandsetzung vor wie die Kaltgasbeschichtung oder die Zylinderkopfinstandsetzung. Mit diesen Maßnahmen könnten Betreiber viel Geld bei Wartung und Reparaturen sparen. 
  • Attilio Fontana von MTE Service zeigte, wie eine wirtschaftliche Optimierung von Betriebsteilen insgesamt zu mehr Erlös der Biogasanlage führen kann. Er nannte mehrere Beispiele für Optimierungspotenzial wie z.B. das Zusammenspiel von Einbringtechnik und Rührwerken oder die Gastrocknung, um die Standzeit der Aktivkohle zu erhöhen. 
  • Am Beispiel einer Biogasanlage aus Visbeck erläuterte abschließend Jens Rückert von BiogasEcoTec, dass Änderungen im Biogasbetrieb ganzheitlich betrachtet werden müssen. Bei der vorgestellten Anlage hatten die Betreiber die Rohstoffe von Mais auf überwiegend Zwischenfrüchte und Mist geändert. Dafür tauschten sie den Feststoffeintrag gegen einen flexiblen Eintrag mit Flüssigeinbringung und integrierter Zerkleinerung. Die Substrate ließen sich damit zwar gut in den Fermenter dosieren. Doch es kam zu Schwimmschichten und damit hohem Eigenstromverbrauch der vier Tauchmotorrührwerke. Dieses Problem haben die Betreiber auf Rückerts Empfehlung mit langsamlaufenden Propellerrührwerken („Biobull“) sowie einem Fermenterzusatz („Sensopowermix“) in den Griff bekommen. Rückert sprach sich generell gegen schnelllaufende Tauchmotorrührwerke im Fermenter aus, weil sie viel Strom verbrauchten, aber wenig Rühreffekte bringen.


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