Batteriespeicher

Weiterer Megawattspeicher in Betrieb

In der sächsischen Kleinstadt Groitzsch ist gestern ein Großspeicher mit 25 MWh in Betrieb gegangen, der zur Stabilisierung des Stromnetzes dient.

Eine stabile Netzfrequenz ist eine wichtige Voraussetzung für eine zuverlässige Stromversorgung. Während sich die Netzfrequenz die meiste Zeit zwischen 49,95 Hz und 50,05 Hz bewegt, erreicht diese seit mehreren Monaten wiederholt für das Stromnetz gefährliche Werte. Abhilfe sollen u.a. große Batteriespeicher schaffen, die für einen Ausgleich sorgen zwischen der schwankenden Erzeugung von Wind- bzw. Solarstrom und dem Stromverbrauch. Die Stabilisierung der Frequenz im Stromnetz ist auch Ziel des Großspeichers im sächsischen Groitzsch, den die Upside Group aus Dülmen und der Netzregionsleiter der Mitnetz Strom gestern in Betrieb genommen haben. Der Blei-Carbon Speicher hat eine Kapazität von 25 MWh, ist damit eines der größten Systeme Europas und dient, wie die anderen im Bestand befindlichen Anlagen, der Bereitstellung von netzdienlichen Leistungen.

Der Batteriespeicher besteht aus 18 Containern (40 Fuß High-Cube) des Joint-Venture Partner Narada, die bis unter jedes Dach mit Batteriezellen gefüllt sind. Die insgesamt 10.584 Batterien mit einem Einzelgewicht von 90 kg haben ein Speichervermögen von 25 MWh.

Batterie stellt Regelenergie zur Verfügung

Der Batteriespeicher wird für die avisierte Projektdauer von 20 Jahren unter anderem Regelleistung zur Verfügung stellen und dadurch die Netzfrequenz stabilisieren. Tino Marx, Geschäftsführer des Projektentwicklers und Betreibers Upside, betont daher Wichtigkeit des Einsatzes von Großspeichern im Netzverbund.: „Da bei der schwankenden Erzeugung eine konstante Frequenzhaltung nicht möglich ist, muss ständig extern nachgeregelt werden. Dies können Batterien viel besser als andere Technologien.“

Neben der schnellen Reaktionszeiten von Millisekunden fällt der Batterie die Bereitstellung von Regelleistung laut Upside viel leichter, weil hier nicht erst Strom erzeugt werden muss, sondern überschüssiger Strom zwischengelagert wird, wenn die Frequenz zu hoch ist. Ist die Frequenz zu niedrig, wird dieser Strom wieder ins Netz zurückgegeben. Die Batterie ist dazu immer halb voll geladen und reagiert in die jeweils notwendige Richtung – und das vollautomatisch, 365 Tage im Jahr. Für die dafür notwendige Umwandlung des Wechselstroms aus dem Netz in speicherbaren Gleichstrom sind Wechselrichter verantwortlich.

Das Projekt in Groitzsch ist nach zwei Großspeicherprojekten in Brandenburg baugleich mit den durch Upside binnen des letzten Jahres in Langenreichenbach und Bennewitz in Betrieb genommenen Batteriespeichern. Die Baugenehmigung für einen weiteren 16 MW Blei-Carbon-Speicher in Großraum Leipzig ist in der vergangenen Woche erteilt worden. Dessen Inbetriebnahme ist im ersten Quartal 2020 geplant.

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