Weltec-Gruppe übernimmt insolvente Biogasanlage in Südergellersen

Die Biogasanlage in Südergellersen war ursprünglich für die Vergärung von Pferdemist konzipiert. Das Konzept hat sich als nicht wirtschaftlich erwiesen.

Zum 1. August 2018 hat die Nordmethan GmbH als Teil der Weltec Biopower Unternehmensgruppe die Biogasanlage im niedersächsischen Südergellersen (Landkreis Lüneburg) aus der Insolvenz übernommen. Die Firma Nordmethan aus Vechta, die Biomethan- und Biogasanlagen entwickelt und betreibt, will das die 2,2 Megawatt-Anlage von Grund auf technisch und betriebswirtschaftlich modernisieren.

Ursprünglich auf Pferdemistvergärung ausgelegt

Im März 2009 wollte die „Hippocon AG“ ursprünglich auf dem Areal des ehemaligen Südergellerser Trockungswerkes jährlich bis zu 45.000 Tonnen Brennstoffpellets aus Pferdemist herstellen, berichtet die Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Wegen interner Differenzen sei der Betrieb dann aber eingestellt worden, worauf die Anlage mehr als zwei Jahre stillgestanden habe.

Dann übernahm Diplom-Ingenieur Wolf-Christian Traxel vom Emissionshaus „Nikolai Invest“ in Hamburg die Geschäftsführung der „Enegro Südergellersen Pellet GmbH & Co. KG“. Bei dem neuen Geschäftsmodell wollten die Betreiber zwar ebenfalls jährlich 40.000 Tonnen Pferdemist verarbeiten, heißt es in dem Bericht weiter. Allerdings sollte er jetzt als Dünger vermarktet werden. Damit das Geschäftsmodell aufgehe, sollte die Anlage erweitert und bestehende Substratlager zu Fermentern umgenutzt werden, um die Effizienz der Anlage zu erhöhen.

Doch das Konzept erwies sich als technisch sehr schwer und unwirtschaftlich, so dass die Anlage 2016 in die Insolvenz geriet. Zwei Jahre dauerten die Übernahmeverhandlungen mit Nordmethan. Mit der Übernahme durch die Weltec-Gruppe wird nun der Substrateinsatz überarbeitet und die Anlagentechnik modernisiert.

Sanierung und Modernisierung

Schwerpunktmäßig werden die beiden 3.000 Kubikmeter großen Fermenter zukünftig mit nachwachsenden Rohstoffen sowie Pferdemist von regionalen Lieferanten aus dem Umkreis von möglichst unter 15 Kilometer beschickt. Mit dem erzeugten Biogas werden zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) betrieben, die über eine elektrische Leistung von jeweils 1,1 Megawatt verfügen. Den Strom speist die Nordmethan in das öffentliche Stromnetz ein. Ein Teil der BHKW-Abwärme soll auch in Zukunft zur Trocknung der Gärreste eingesetzt werden.

Um die Biogasanlage rentabel zu betreiben, werden zunächst umfangreiche Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt: Die Investitionen der Weltec-Gruppe umfassen unter anderem Modernisierungsarbeiten an den beiden BHKW und den Feststoffdosierern. „Darüber hinaus installieren wir zwei Gärrestlager und zwei Gärresttrockner. Durch die Ausstattung mit einer modernen Steuerungstechnik und die Errichtung einer Fahrsiloanlage legen wir die Biogasanlage flexibel für sämtliche Anforderungen aus“, erläutert Jens Albartus, Geschäftsführer von Weltec Biopower und der Nordmethan.

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste zum Thema Energie freitags, alle vier Wochen per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.